Wahner Treffen erinnert an Schicksal der vertriebenen Dorfbewohner
1. August 2026Rund 250 Besucher gedachten der Geschichte des ehemaligen Hümmlingdorfes

Wahn/Sögel – Über 250 ehemalige Wahner, ihre Nachkommen und zahlreiche Gäste haben am traditionellen Wahner Treffen an der Erinnerungsstätte Wahn teilgenommen. Im Mittelpunkt standen das Gedenken an die Vertreibung der Bewohner des ehemaligen Dorfes Wahn vor rund 85 Jahren, ein feierlicher Gottesdienst unter freiem Himmel sowie die Begegnung und der Austausch über die Geschichte und Gegenwart der ehemaligen Dorfgemeinschaft. Wie in jedem Jahr am dritten Sonntag im Juni begrüßte Achim Gehrs die Besucher auf dem Kirchplatz der Erinnerungsstätte mit den Worten: „Laiwe Wohner, laiwe Nohkomen von Wohnern,“
Das ehemalige Dorf Wahn lag zwischen Lathen und Sögel an der Abzweigung nach Renkenberge. Zwischen 1939 und 1943 mussten die letzten Bewohner ihre Heimat verlassen. Adolf Hitler hatte die Erweiterung des Kruppschen Schießplatzes angeordnet. In der Folge wurden sämtliche Häuser sowie die erst 1926 neu eingeweihte Antoniuskirche, der sogenannte „Dom des Hümmlings“, abgerissen.
Den Gottesdienst unter freiem Himmel zelebrierte Pater Edmund vom Kloster Clemenswerth. Musikalisch wurde die Feier von den Musikfreunden Sögel begleitet. In seiner Predigt fand Pater Edmund einfühlsame Worte zur aktuellen Kriegs- und Flüchtlingssituation in der Welt und zog zugleich eine Brücke zur Geschichte Wahns. Er erinnerte an das Schicksal der Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten und sich andernorts eine neue Existenz aufbauen mussten.
Im Anschluss an die Heilige Messe blieb ausreichend Zeit für Begegnungen und Gespräche bei Kaffee und Kuchen. Viele der Besucher erinnerten sich an das frühere Dorfleben, tauschten persönliche Erinnerungen aus und berichteten von den Erfahrungen nach ihrer Umsiedlung und dem Ankommen in einer neuen Heimat. Die hochsommerlichen Temperaturen sorgten allerdings dafür, dass sich die Besucher nur kurz im Grundriss der ehemaligen Antoniuskirche aufhielten. Stattdessen suchten viele den Schatten der alten Bäume rund um den Kirchplatz, die einen angenehmen Rahmen für zahlreiche Gespräche boten.
Zum Abschluss dankte Achim Gehrs allen, die zum Gelingen des diesjährigen Wahner Treffens beigetragen hatten – insbesondere den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, den Musikfreunden Sögel sowie allen Mitwirkenden am Gottesdienst. Das Wahner Treffen sei auch heute noch ein wichtiger Ort der Erinnerung, der Begegnung und der Verbundenheit mit der Geschichte des ehemaligen Dorfes.
Text: Brand/Gehrs
Foto: Gehrs

Das traditionelle Wahner Treffen an der Erinnerungsstätte Wahn findet auch nach Jahrzehnten großen Zuspruch. Über 250 Gäste nahmen an der Veranstaltung teil.






