Kümmern reicht nicht
1. August 2026Als Herausgeber dieses Heftes sind wir zwar grundsätzlich parteipolitisch neutral, deshalb aber nicht unpolitisch. Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen am 13. September melden wir uns nochmal zu Wort.
Zunächst gilt es Dank, Anerkennung und Respekt auszusprechen an alle Kandidaten, die sich ehrenamtlich für die Wahlen in die Ortsparlamente zur Verfügung stellen. Zur Erinnerung, sie alle, Kandidaten und Wählerschaft, sollten immer im Kopf behalten, dass die Politiker und Mandatsträger Angestellte der Wählerschaft auf Zeit sind.
Wonach setzen wir unser Kreuzchen? Missstände zu benennen gehört zur Demokratie. Aber zwischen dem meckernden Fingerzeig auf die Verwaltung und dem politischen Willen, die nötigen Mittel bereitzustellen, liegt oft eine Lücke – besonders im Wahlkampf. Bisweilen drängt sich der Eindruck auf, dass einige Kandidaten demonstrativ ihre Rolle als engagierte Kümmerer unterstreichen wollen. Das ist zunächst einmal richtig. Wer in den Rat gewählt werden will, soll die Anliegen der Bürger aufgreifen und Missstände benennen. Wer aber mehr erwartet oder gar verspricht, muss auch bereit sein, die dafür notwendigen Mittel bereitzustellen. Genau darüber entscheidet die Kommunalpolitik in den Räten. Sich ehrlich machen und das so zu benennen, ist das Gebot des Wahlkampfs. Alles andere schürt am Ende nur zusätzlichen Frust – und stärkt nicht das Vertrauen in die kommunale Demokratie.
Anpacken ist gefragt – kümmern allein reicht nicht.
Bernd Eggert
FORUM Sögel e.V.






