Übergabe der Patenschaft für den Lern- und Erinnerungsort

1. Juni 2026

Bewegender Gedenktag in Sögel

Sögel – Am ehemaligen Bahnhof in Sögel fand eine feierliche Zeremonie statt, bei der im Mittelpunkt die Übergabe der Patenschaft für den Lern- und Erinnerungsort von der Schule am Schloss an das Hümmling-Gymnasium stand.

Dieser Gedenkort wurde vom Forum Sögel initiiert, zum Gedenken an die, durch die Nazis ermordeten jüdischen Sögeler Bürger. Die Veranstaltung diente dazu, die Bedeutung von Erinnerungskultur zu schärfen. Ursprünglich war die Übergabe der Patenschaft für den Lern- und Erinnerungsort für den 27. Januar 2026, dem internationalen Holocaust-Gedenktag, geplant gewesen. Witterungsbedingt wurde diese damals verschoben und nun am 7. Mai nachgeholt.

Schulleiterin Maria Lau (Oberschule Sögel) und auch Gemeindedirektor Frank Klaß erinnerte an Millionen Menschen, die im Holocaust verfolgt und ermordet wurden – auch aus Sögel. „Diese Gedenkstätte mahnt uns: Hass und Ausgrenzung dürfen nie wieder zur Normalität werden. Erinnerung ist Verantwortung – heute und in Zukunft.“  Als Schulen und auch als Gemeinde Sögel wolle man junge Menschen stärken, hinzusehen und Haltung zu zeigen – gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit. Unterricht und Projekte, auch Besuche von Gedenkstätten würden dabei helfen. „Möge dieser Ort uns anhalten, die Würde jedes Menschen zu achten und unsere Demokratie zu schützen.

Erinnern heißt handeln – nicht nur heute, sondern auch am 8. Mai, dem Ende des Zweiten Weltkriegs, gemeinsam mit vielen Schulen im Netzwerk.“ Einen Dank richteten sie auch an das Forum Sögel, das sich für dieses Denkmal verantwortlich zeichnet.

Die beeindruckende Gedenkrede eines Schülers stellte den Bezug zur Gegenwart in den Vordergrund: Aus der Geschichte erwächst die Verantwortung, jeder Form von Diskriminierung und Ungerechtigkeit entgegenzutreten. Die Auseinandersetzung mit dem Holocaust mahnt, wie gefährlich Hass, Vorurteile und Intoleranz für ein friedliches Zusammenleben sind. Durch eine lebendige Erinnerungskultur sollen die Erfahrungen der Überlebenden und ihrer Nachfahren bewahrt werden. Die Schülerinnen und Schüler wurden ermutigt, sich für eine gerechtere und menschlichere Gesellschaft einzusetzen.

Zum Abschluss legten Schülerinnen und Schüler der Schule am Schloss und des Hümmling-Gymnasiums weiße Rosen an den Stelen der jüdischen Familien nieder und stellten Lichter an der Namenstafel auf. Frank Klaß verlas die Namen der betroffenen Sögeler Familien. Danach erfolgte die symbolische Übergabe eines Koffers an das Hümmling-Gymnasium.

Die Veranstaltung endete mit dem Aufruf, aktiv Verantwortung zu übernehmen und so ein sichtbares Zeichen für Toleranz, Respekt und Menschlichkeit zu setzen.

Text/Fotos: Gemeinde Sögel

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