Lokaljournalismus
1. Juni 2026Wenn das nicht schon auffällig ist, wie in den letzten Tagen und Wochen das Thema „Lokaljournalismus“ in den Medien Platz findet. Ein Aktionstag muss her, Prominente werden interviewt, die Chefredaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung meldet sich intensiv zu Wort. Da ist doch ein fader Beigeschmack zu entdecken. Gibt es da etwa was zu rechtfertigen? Und warum das alles jetzt?
Schon lange gibt es Kritik an der lokalen Berichterstattung unseren örtlichen Tageszeitungen. Das gesellschaftliche, politische und insbesondere kulturelle Leben in unseren Orten wird nur unzureichend abgebildet. Dafür erscheint bisweilen eine volle Seite über das Schicksal eines Menschen, den kaum einer kennt. Das von vielen herabgewürdigte so genannte sonntägliche Anzeigenblatt ist dahingehend besser aufgestellt. Morgendlich Zeitung aufschlagen, Lokalteil lesen, das ist bei mir und sicherlich vielen von uns die Reihenfolge und zeigt das direkte Interesse am örtlichen Geschehen. Hoffentlich – und danach sieht es aus – erkennen das die Zeitungsmacher, denn wenn nicht, sind die Folgen absehbar. Abwanderung in überregionale und soziale Medien, wo Debatten laut und überspitzt geführt werden.
Wo niemand mehr berichtet, was Menschen vor Ort verbindet, geht auch ein Stück Gemeinschaft verloren. Wo niemand mehr über Kommunalpolitik berichtet, sinkt auch das Interesse an Wahlen. Wir treten ein für einen ausgewogenen Lokaljournalismus und haben uns als Herausgeber dieses Heftes genau das auf die Fahne geschrieben.
Bernd Eggert






