Gemälde von Clemens August in München ersteigert

1. Februar 2015

Sögel – Das Emslandmuseum Schloss Clemenswerth konnte auf einer Auktion in München ein Gemälde des Fürstbischofs Clemens August, des Bauherrn von Schloss Clemenswerth, ersteigern. Die Sonderauktion „Aus Wittelsbachischen und Habsburgischen Nachlässen“ fand sehr großes Interesse in der Öffentlichkeit, so dass, wie es im Pressebericht des Auktionshauses Neumeister heißt, der Auktionssaal bis auf den letzten Platz besetzt war. Weiter informierte das Auktionshaus, dass bei vielen der Objekte Museen den Zuschlag erhielten.  So gingen Werke nach Schloss Schönbrunn, in die Wiener Hofburg, in das Deutsche Historische Museum in Berlin und eben auch nach Schloss Clemenswerth. Das Gemälde, welches das Emslandmuseum ersteigern konnte, zeigt ein Ganzbildnis des Fürstbischofs in einer Palastarchitektur neben einem Tisch stehend. Auf dem Tisch liegen die Mitra und der Kurhut sowie ein Umhang mit Deutschordenskreuz. Es sind die Symbole der Herrschaft von Clemens August: die Bischofswürde, die Kurfürstenwürde und seine Würde als Hochmeister des Deutschen Ordens.

Das Gemälde, Öl auf Leinwand, misst 50,5 x 39 cm und ist mit einem aufwendigen Goldrahmen versehen. Es wurde laut Datierung und Signierung 1743, also in der Bauzeit von Schloss Clemenswerth, von Peter Jacob Horemans gemalt und befindet sich in einem allgemein guten Zustand, so dass die Restauratoren nur wenig zu tun hatten, damit das Bild zur Aufhängung und Ausstellung kommen kann.

Der flämische Maler Horemans war hofbefreiter Maler unter Kurfürst Karl Albrecht, dem späteren Deutschen Kaiser Karl VII., einem Bruder von Clemens August. Hofbefreite Maler waren Künstler von Qualität, die nicht vom Hof besoldet waren, sondern Werke an den Hof wie auch an Bürgerliche verkauften. 1769 wurde Horemans unter Maximilian III. Joseph von Bayern zum Hofmaler ernannt. In seinen letzten Lebensjahren konnte er wegen teilweiser Erblindung sein Handwerk nicht mehr ausführen. 1776 verstarb er in ärmlichen Verhältnissen. Seine Themen waren Stillleben, christliche Motive, Portraits und Gruppenbilder von höfischen Festen. Zu seinen wichtigsten Arbeiten gehört die Ausgestaltung des Jagdzimmers der Amalienburg im Park des Schlosses Nymphenburg.

Zur Provenienz des Gemäldes kann aufgrund von Inventaretiketten auf der Rückseite des Gemäldes zur Zeit gesagt werden, dass es sich im Besitz des Herzogs Clemens Franz de Paula von Bayern, einem Neffen von Clemens August und 1855 in der Königlich Bayrischen Staats-Gemälde-Sammlung befunden hatte.

Es ist das erste Ganzbildnis von Clemens August in der Sammlung des Emslandmuseums und mit den abgebildeten Würden ein gutes Beispiel für die Aufgaben eines Herrscherportraits. Sie sollten Bewunderung wecken, gesellschaftliche Position demonstrieren, allgegenwärtige Präsenz zeigen  sowie zur Einhaltung von Rangabstufungen ermahnen.

Das Gemälde wird zum Saisonstart ab 1. März der Öffentlichkeit im Emslandmuseum Schloss Clemenswerth präsentiert.

Text: Oliver Fok / Foto: Emslandmuseum Schloss Clemenswerth

 

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