NDR 1 Niedersachsen war im Kindergarten St. Franziskus

1. Februar 2012

„Hallo ich bin Marie. Julian hat am Kopf geblutet. Er ist vom Fahrrad gefallen.“ Die fünfjährige Marie spricht mit Malteser-Ausbilderin Stefanie Wesseln – sie übt den Notruf bei der Rettungsleitstelle Emsland. Gebannt schauen die 13 anderen Kinder des Kindergartens St. Franziskus in Werpeloh dem Rollenspiel zu. Sie nehmen an einem Erste-Hilfe-Kurs teil. „Wer glaubt, die Kinder seien dafür zu jung, der irrt,“ sagt Wesseln, „gerade kleine Kinder entwickeln sehr leicht das Gespür dafür – wie geht es dir, wie geht es mir – und sie sind sehr neugierig. Gerade in diesem Alter ist ein Erste-Hilfe-Kurs sinnvoll.“

Kein Gaffer sein

Die Kinder üben die stabile Seitenlage, wie man eine Wunde verbindet oder eine Rettungsdecke benutzt. Dabei wird aus einem langweiligen Pflaster schon mal eine Pflasterpuppe, wie die fünfjährige Charlotte erklärt: „Da machen wir Pflaster um den Finger, und dann malen wir ein Gesicht da drauf.“

Deutschlandweiter Kurs

Die ungewöhnliche Idee, bereits kleinen Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren Erste Hilfe beizubringen, stammt vom Malteser-Hilfsdienst aus Köln. Der zehnwöchige Kurs wird deutschlandweit angeboten und über private Sponsoren finanziert. Rita Hagenhoff, Leiterin der Malteser-Dienstelle in Sögel, weiß, dass dieses Geld gut investiert ist: Es wird zunehmend auch in Jugendkursen bemerkt, dass so viele soziale Kompetenzen gar nicht mehr vorhanden sind. Und da hat der Malteser gedacht, es wäre gut, wieder ganz unten anzufangen und den Anreiz, Hilfe zu leisten, zu stärken, also nicht am Rande zu stehen, der Gaffer zu sein, sondern auf den anderen zuzugehen.

 

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