Emsland in Schwarz-Weiß: Kromschröders Blick kehrt zurück

1. Mai 2026

Sögel. Im Rahmen einer Matinee auf Clemenswerth wurde die Ausstellung „Emsland schwarz-weiß“ mit Fotografien des Journalisten, Autors und Redakteurs Gerhard Kromschröder gezeigt und kompetent erklärt. 

Gemeinsam mit der Direktorin des Emslandmuseums Christiane Kuhlmann erläuterte Kromschröder im Dialog die Hintergründe seiner Arbeiten. Viele der Fotografien entstanden im Zusammenhang mit seiner journalistischen Tätigkeit – unter anderem für die von ihm gemeinsam mit Hermann Finke gestaltete „Ems-Zeitung“. Gleichzeitig folgte er häufig seinem eigenen Gespür für besondere Motive.

Kromschröder blickte auch auf seine Zeit im Journalismus zurück, die jedoch abrupt endete, da die Verlagsleitung mit der Berichterstattung nicht zufrieden war. Rückblickend sei dies ein Glück gewesen, da sich ihm dadurch neue Möglichkeiten eröffneten. So arbeitete er unter anderem für das Satiremagazin „Pardon“ sowie für die Zeitschrift „Stern“.

Ein besonderes Anliegen war ihm die Auseinandersetzung mit den Emslandlagern. Zu einer Zeit, als dieses Thema in der Region kaum Beachtung fand, setzten er und Hermann Vinke sich für eine Aufarbeitung dieser unseligen Zeit sowie eine stärkere Wahrnehmung und Erinnerung ein – auch im Zusammenhang mit dem Gedenken an Carl von Ossietzky.

Kromschröders Fotografien zeichnen sich durch eine klare, bewusste Komposition aus. „Es sind kaum Schnappschüsse“, betonte Kromschröder. Das Ursprüngliche spielte dabei eine zentrale Rolle. Manchmal sah ich Dinge, die Einheimische nicht sahen“, sagte er.

Großes Interesse fand auch die Präsentation seiner historischen Fotoausrüstung, die in einer eigenen Vitrine gezeigt wurde. Anders als heute arbeitete Kromschröder ausschließlich analog – mit manuellen Einstellungen, verschiedenen Objektiven und eigener Filmentwicklung. Die handwerkliche Seite der Fotografie wurde dadurch eindrucksvoll sichtbar.

Christiane Kuhlmann, sie war als Kuratorin der Ausstellung tätig, ergänzte die Ausführungen aus kunstwissenschaftlicher Perspektive. Die Besucherinnen und Besucher der Matinee zeigten sich beeindruckt von den detailreichen Erinnerungen Kromschröders, obwohl seine aktive Zeit im Emsland bereits mehr als 60 Jahre zurückliegt.

Fototreffpunkte – Auf Kromos Spuren. In dieser kleinen Reihe wurden und werden Orte aufgesucht, die Kromschröder in den 1960er-Jahren besucht und fotografiert hat. Die Frage wird gestellt: Wie schauen wir heute auf diese Standorte, was sagen sie uns und wie würden wir sie fotografieren? Treffpunkte sind:

3. Mai, 15 Uhr Carl-von Ossietzky-Gedenkstein, Esterwegen

7. Juni, 15 Uhr Ems bei Herbrum

Text: Lambert Brand

Fotos: Gerhard Kromschröder / Lambert Brand

Diverse Kromschröder-Bilder aus dem Bereich der Samtgemeinde Sögel

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