Der Kurs DS 807 des Hümmling-Gymnasiums präsentierte Lutz Hübners „Gretchen 89 ff“

3. März 2015

Sögel – Zu den Aufgaben der Schülerinnen und Schüler eines Darstellenden Spiel-Kurses gehört es, ein Theaterstück „auf die Bühne“ zu bringen. Am 5. und 6. Februar 2015 war es wieder so weit. Der Kurs DS 807 des Hümmling-Gymnasiums unter der Leitung von Christian Stindt präsentierte den Zuschauern auf höchst unterhaltsame und durchaus professionelle Weise, was sie in den zurückliegenden Monaten gelernt und einstudiert hatten. Schade nur, dass nicht mehr Zuschauer an einem der beiden Abende den Weg in die Aula des Hümmling-Gymnasiums gefunden haben. Bedauerlich nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, deren schauspielerische Leistung mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, sondern auch für alle, die die gelungene Aufführung verpasst haben, wie die nachfolgende Rezension von Ina Wester belegt:

 

Goethe einmal anders – „Gretchen 89 ff“

„Viele Köche verderben den Brei.“

Dieses Sprichwort ist vielfach gültig und man mag vermuten, dass es auch im Falle der Aufführung von Lutz Hübners „Gretchen 89ff“ durch den Darstellenden Spiel-Kurs 807 von Herrn Stindt stimmen könnte wenn man die Zusammenfassung des Inhaltes liest:

Die berühmt-berüchtigte Kästchen-Szene aus Goethes „Faust“, die Vielen durch ihre Komplexität der Sprache und Metaphorik bekannt sein mag, wird von verschiedenen Theatermachern neu interpretiert und inszeniert, ohne dabei über diese Szene hinauszugehen.

Dabei folgt der Zuschauer den Proben einer Anfängerin (herrlich aufgeregt: Vinour Shamo mit Lisa Fligg) und in einem Provinztheater bis hin zu den Gedanken einer „großen Diva“ (überzeugend: Karina Klawitter im Zusammenspiel mit der eingeschüchterten Regisseurin Christina Jansen). Die Zusammenschau und Wiederholung der völlig unterschiedlich interpretierten Szenen zeigt dabei mit einem Augenzwinkern, wie kompliziert es sein kann ein paar – angeblich – einfache Zeilen zu inszenieren. So verfolgt der Zuschauer schockiert und belustigt den Ausführungen des sehr sexualisierenden Freudianers (authentisch: Kevin Werning mit einer erstaunlich beherrschten Sonja Timmer), der streichwütigen Regisseurin (stoisch gut gegeben: Jola Breer mit der langsam verzweifelnden Sophie Brux), dem körperbetonten Wiener und dem an seinem Leid zerbrechenden Schmerzensmann (herausragend: Raphael Milse zusammen mit Annika Bergfeld), der übermotivierten Hospitantin (quietschvergnügt: Friederike Lüken), dem alten, Geschichten erzählenden Haudegen (glaubwürdig: Hermann Ahrens) und der verzweifelten Dramaturgin (mit einer Vision: Frieda Ahrens).

All diese Szenen beweisen, dass das vorher erwähnte Sprichwort in diesem Fall nicht stimmt: die Wiederholung macht die Inszenierung immer amüsanter und die 90 Minuten vergehen wie im Flug.

So soll mit einem Gedanken zum „Schauspieler an sich“ abgeschlossen werden: „Wenn ein Schauspieler einmal in der ‚Theater heute‘ lobend erwähnt wird, so wird er das noch auf seinem Totenbett freudig zitieren.“ Tja, dieses ist zwar nicht die „Theater heute“ und dennoch können die Prüfungskurs-Schüler stolz auf ihre hervorragende Leistung sein und sich diesen Erfolg sehr wohl auf ihre Fahnen schreiben.

Text/Foto: Manfred Rojahn / Rezension: Ina Wester

Die Darsteller/innen nach der Aufführung

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