Birgit Schüller machte ihr Hobby „Quilten“ zum Beruf

4. April 2026

Das Ziel: Mit textiler Kunst ins Gespräch zu kommen

Sögel – Quilts sind textile Arbeiten aus mehreren Stofflagen, die durch sichtbare Nähte – das sogenannte Quilten – strukturiert werden. Was viele mit traditionellem Handwerk verbinden, nutzt Birgit Schüller heute als künstlerisches Ausdrucksmittel. „Ein Quilt kann genauso eine Aussage haben wie ein Bild oder ein Text“, sagt die 57-Jährige. Sie arbeite mit Stoff, spreche aber über Themen, die die Gesellschaft bewegen.

Nach mehr als zwanzig Jahren erfolgreicher Tätigkeit als Longarm-Quilterin, Künstlerin und Dozentin hat Schüller ihr Schaffen bewusst neu ausgerichtet. Sie konzentriert sich auf Arbeiten mit inhaltlichem Anspruch. Ihre Werke sollen Fragen stellen, Haltung zeigen und Menschen berühren.

Ursprünglich ist Schüller Diplom-Übersetzerin für Englisch und Spanisch. 2004 machte sie ihr Hobby zum Beruf und gründete den Longarm-Quilter-Service Creative BiTS. Seither quiltet sie im Auftrag von Patchworkerinnen und Patchworkern. Das Longarm-Quilten hat sich dabei durchgesetzt.

Parallel dazu entwickelte sie eine eigenständige künstlerische Handschrift. Zwischen 2005 und 2019 präsentierte sie ihre Originalarbeiten auf internationalen Wettbewerben und Quilt-Shows weltweit und erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Bereits 2006 wurde sie eingeladen, ihre autodidaktisch entwickelten Techniken in den USA zu unterrichten. Bis 2019 war sie international als Dozentin in den USA, Australien und Europa tätig. Einzelausstellungen im In- und Ausland – unter anderem in Luxemburg, Prag, Irkutsk, Brno, Karlsruhe, dokumentieren ihren Weg.

Der Wunsch nach inhaltlicher Klarheit wuchs mit den gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre. Heute sucht sie gezielt die direkte Begegnung mit Menschen, nimmt kleinformatige Arbeiten mit in den öffentlichen Raum und fotografiert sie dort („Mikado“ – Outdoor auf Schloss Clemenswerth).

Wenn Passanten stehen bleiben und nachfragen, beginne der eigentliche Teil ihrer Arbeit.

Seit August 2021 lebt Birgit Schüller mit ihrem Ehemann Thilo in Sögel. In einem großen, lichtdurchfluteten Atelier entstehen ihre Werke, dort gibt sie auch Longarm-Kurse für Kleingruppen.

Zu ihren prägenden Arbeiten gehört „Dreisamkeit“ aus dem Jahr 2006. Das Werk wurde im Overland Park (Kansas, USA) als „Rookie of the Year“ ausgezeichnet. Zentrale Bedeutung hat die Serie „Es lebe die Vielfalt“ mit dem Werk „Ausgeschwärmt 2.0“. Schüller ist es ein Anliegen zu zeigen, dass eine Gesellschaft bunt sein müsse, um überleben zu können.

Das jährlich stattfindende Patchwork-Kreativ-Wochenende wird im Marstall Clemenswerth angeboten (29. bis 31. Mai 2026 – Thema „Kurven und Bögen“).

Infos: https://creativebits.biz/de/1-patchwork-kreativ-wochenende-sommer/        

Text/Fotos: Lambert Brand

Birgit  und Thilo Schüller – Kreativität im Atelier

„Dreisamkeit“ – 2006

„Ausgeschwärmt 2.0“ – 2023

„Mikado“ – Outdoor auf Schloss Clemenswerth

Foto: Familie Schüller

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