„Sögel wie es singt und lacht“
1. März 2026Vier Karnevalssitzungen im Clemenswerther Hof mit Spitzen-Programm
In Sögel gehört der Karneval seit vielen Jahrzehnten als bunter Sitzungsreigen zum Highlight des Jahres. In einem vierstündigen Programm zeigten die närrischen Akteure eine spektakuläre Show aus Musik, Comedy, Tanz und Büttenschnack.
Sitzungspräsident Johannes Lake führte gekonnt durch einen bunten karnevalistischen Strauß, der von der Kolpingkapelle Sögel (KKS) sorgfältig ausgestaltet wurde. Prinz Moritz (Völker) und seine „Lieblichkeit“ Tabea (Schild) begrüßten das närrische Publikum in gekonnter Weise, umrahmt vom Elferrat, der diesmal von den Gruppenleiter/innen der Katholischen Jugend Sögels gestellt wurde.
Nach schwungvoller musikalischer Einleitung der Kolpingkapelle unter der Leitung des ewig jungen Hans Hanekamp, ging es dynamisch ab mit dem KKS Tanzballett und „Sweet Caroline“.
Der Einmarsch von Pastor Matthias Voss ließ wieder einiges erwarten. Als Gartenmann „predigte“ er gekonnt lokal- und kirchenpolitisch und löste damit wahre Begeisterungstürme aus. Vom KSB-Präsident Michael Koop, seinem Sport-Campus mit dem Sporthotel und angedachter 50-m-Schwimmhalle bis hin zum fitnessorientierten ehemaligen Kollegen Bernd der sich nach Australien „absetzte“, kamen die Pointen wie aus der Konfettikanone.
Als „Frieda & Anneliese“ waren der katholische Pastor Jürgen Krallmann und Liturgie-Referentin Steffi Lübbers im Einsatz. Bei ihrem „Kaffeekränzchen“ war die anstehende Kommunalwahl Thema. Es ging ums Freibad, um die Atommüll-Endlagersuche sowie über „Frau Dr. Schloss“, unsere immer noch „recht neue“ Museumsdirektorin.
Die regionale Politprominenz bekam von den Bauarbeitern Simon und Wolfgang in plattdeutscher Mundart ihr Fett weg: „Frieden mit Werlte – durch Inklusion“ sozusagen, schließlich stammt unsere Schützenkönigin aus der Stadt. Dazu nahmen sie auch andere „Skandale“ in Sögel aufs Korn.
Die Jugend boomt dabei durch die Jugendleiter-Schar im Elferrat, in der Kolpingkapelle und den Musik- und Tanzgruppen. ALEMOHA – das Boy-Group-Quartett – hat ihr Ohr in gekonnter Weise am täglichen Leben, vor allem digital im Netz. Arne Düttmann, Lennard Jansen, Marius Schmees und Hannes Behrends erwiesen sich auch wegen hohen fünfstelliger TikTok-Klickzahlen ihres Rapp-Gesangs „Alles wird aus Hack gemacht!“, als absoluter Knüller.
Die junge Gruppe „Full-House“ mit Paula Lipport, Lara Terborg, Sina Krüger, Johannes Meyer und Jan Freitag überraschte als Mixed-Trockenschwimmer-Team und erntetet tobenden Applaus.
Frenetische Beifallsstürme gab es auch für die junge Tanzgruppe „Safty First“, die Power-Dancing par Excellence bot. Die 10er-Gruppe brachte mit „Atemlos“ und dem Hit „Sophia Loren“ eine begeisternde Choreographie fürs jubelnde Publikum auf die Bühne.
„Die dry lustigen zwei“ (Helmut Benten und Johannes Mielke) überzeugten auch nach 20 Jahren. Mit ihrem Spezialthema „Liebe“ und „Schön – wir sind so schön“ gaben sie vor ihrem geliebtem Publikum wieder alles.
Eine komplett andere Darbietung brachte „La Tem“ wieder auf Luckys Bühne. Selektierte Requisiten: ein bodentiefes Schachspiel und großes schwarzes Klavier. Mit ihrem „Sekundenbruchteil-Witz“ bot das Gespann aus Christian Temmen und Marius Langen wieder eine exklusive Show.
Raphi (Raphael Schmidt) und Lucki (Jan Lukas Schmidt) als „Duo Schmidteinander“, gehören einfach in Sögels musikalischen Bühnenpart. Mit „Kirmeskind Rene“ und „Sögeler Nächte sind lang“ gab es wieder musikalischen Hochgenuss pur.
Die A-Capella-Sänger von „Leicht und Cross“ unter Jörg Christian Freese zelebrierten Songs wie „Kranke Männer“ am Tropf oder „appetitlich Fußnägel schneiden“ und die umjubelte Zugabe „Techno“. Eine besondere Ehrung gab es für Andreas LILLE Lipport, Wilhelm POWIE Meyer und Stephan Schmees für 40 Jahre im Karnevals-Männerchor.
Bärenstark brillierte die Italo-Popband „Luigi und Marcello Amante und die Untertanen der Liebe“ mit Luis Hinrichs, Marc Joel Schmidt, David Wolters, Leonard Schute, Moritz Völker und Jörg Freese mit ihren Titeln „Bella Napoli“ und „Amore Mio“, bis am Ende der Saal kochte.
Was bleibt, sind jetzt 361 Tage voll Vorfreude auf die 2027er Session.
Text/Fotos: Klaus Hüsing






















Übrigens:
Vor 60 Jahren – 6. Februar 1966
Startrampe für die Hoofbeats beim Bunten Abend der KKS
Sögel – Ein fast schon exotisches Jubiläum gab es 2026 bei der Karnevalsssitzung der Kolpingkapelle zu feiern.
Wir schreiben das Jahr 1966 – die Zeit der Beatles und der Roling Stones. Genau vor 60 Jahren – am 6. Februar 1966, ca. 21.00 Uhr – hatte die erste Sögeler Beatband auf der Bühne im Saal vom Hotel Jansen (heute „Clemenswerther Hof“) beim „Bunten Abend“ der KKS ihre Premiere. Es war die Geburtsstunde der heute immer noch aktiven „Hoofbeats“.
In dieser Besetzung begeisterte die Band damals das Publikum: Die Sögeler Hermann Wichmann (Schlagzeug) und Bernd Quappen (Bassgitarre), Heinz Grummel aus Werlte und Hermann Fust, aus Spahnharrenstätte (beide Gitarre) und als Sänger Lambert Röttgers aus Papenburg Danach kam Alfons Kleine aus Börger (Keyboard und Bassgitarre) als Bereicherung dazu. Dies waren ihre Musikstücke: „Lets go“ von den danish sharks, „Marmor, Stein und Eisen bricht“ von Drafi Deutscher und natürlich „Satisfaction“ von den Rolling Stones. Und das 1966 – damals beim „Bunten Abend“ der Kolpingkapelle – Alle Achtung!
Liebe Hoofbeats: „Herzlichen Glückwunsch“ zum 60-jährigen Jubiläum –und weiter so.






