Dr. Elisabeth Schlicht und der Emslandplan – Wanderausstellung im Rathaus informierte
1. Februar 2026Sögel. Im Rahmen des Jubiläumsprogramms „75 Jahre Emslandplan“ präsentierte der Emsländische Heimatbund (EHB) in Zusammenarbeit mit dem Forum Sögel die Wanderausstellung „Neustart Heimat – Dr. Elisabeth Schlicht und der Emslandplan (1950–1963)“ im Rathaus Ludmillenhof.
Mit großem Interesse wurde die Ausstellung in Sögel eröffnet. Samtgemeindebürgermeister Frank Klaß lobte in die Entscheidung, einen Schwerpunkt auch auf die örtliche Entwicklung zu legen. Klaß: „Wir sind dankbar und stolz auf die Arbeit von Frau Dr. Schlicht. Sie ist die Mutter der emsländischen Heimatforschung.“ Bernd Eggert, Vorsitzender des Forums Sögel, zeigte sich erfreut über die Resonanz zur Ausstellungseröffnung.
Im Mittelpunkt der Ausstellung die Dr. Benjamin van der Linde, Leiter der Fachstelle Regionalgeschichte beim Emsländischen Heimatbund vorstellte, steht die in Sögel geborene Volkswirtin Dr. Elisabeth Schlicht, eine bislang wenig beachtete, aber zentrale Gestalterin des frühen Emslandplans. Nach seinen Angaben macht die Ausstellung das Leben sowie das Wirken von Dr. Elisabeth Schlicht anschaulich und lebendig. Grundlage der Präsentation ist ein umfangreicher Nachlass, der viele historische Fotografien enthält. Bereits zu Lebzeiten hatte Dr. Schlicht eine Sammlung angelegt – auch mit Unterstützung ihres Vaters, der selbst ein engagierter Heimatkundler war.
Neben ihrer wissenschaftlichen Arbeit hat Dr. Schlicht auch archäologische Ausgrabungen geleitet. Die vom Emsländischen Heimatbund gesammelten Informationen sind in der Wanderausstellung auf insgesamt 19 Stelltafeln dargestellt. Diese geben einen guten Einblick in ihr Schaffen. Deutlich wurde dabei, dass Schlicht eine Vielzahl an Projekten umsetzte und in ihren unterschiedlichen beruflichen Tätigkeiten stark gefordert war.
„Auf dem Weg ins Moderne verschwindet vieles Historisches, was die Dörfer gekennzeichnet hat.“ so Dr. Schlicht. Der fortschreitende Wandel der Dörfer im Zuge des Emslandplans habe ihr Kummer bereitet, insbesondere weil dabei kulturelles Erbe und historische Strukturen verloren gingen.
Die Ausstellung präsentiert Originalquellen, Fotografien, Briefen und Tonaufnahmen. Stark war ihr Engagement zur Verbesserung der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum beitrug – und wie zukunftsweisend ihr Verständnis von Heimat war. Der (vergebliche) Erhalt des alten Strotmanns-Hofs in Werlte, der Schutz der Stein- und Hügelgräber, die Sichtbarmachung der Denkmäler durch Beschilderung, die „Rettung“ der Hüvener Mühle, der Naturschutz, die Auflegung des Emsland-Jahrbuches und weiterer Bildbände gehören zu Dr. Schlichts Leistungsspektrums.
An verschiedenen Stellen eckte Dr. Elisabeth Schlicht sogar mit ihrer Überzeugung an. Letztlich führte dies auch dazu, dass sie 1963 ihre berufliche Tätigkeit niederlegte. Relativ spät fand Dr. Elisabeth Schlicht die verdiente Anerkennung ihrer Arbeit, unter anderem 1986 durch die Verleihung des Kulturpreises des Landkreises Emsland.
Text: Lambert Brand

Sammlung-EHB-Foto/Repro: Lambert Brand


Sammlung-EHB-Foto/Repro: Lambert Brand






