Hümmling Hospital Sögel zieht Bilanz: 15 Jahre SAPV – eine Erfolgsgeschichte der ambulanten Palliativversorgung
13. Januar 2026Im Heimathaus Sögel wurde kürzlich das Jubiläum der SAPV, der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, gefeiert. Mit einem Festakt würdigte man die vergangenen 15 Jahre, die für das Team des Hümmling Hospitals Sögel sowie seit 2019 auch für das Bonifatius Hospital Lingen eine bedeutende Entwicklung bedeuteten. Seit Februar 2010 begleitet das SAPV-Team schwerstkranke Menschen und ihre Angehörigen im Landkreis Emsland. Mehr als 4000 Patienten haben in dieser Zeit Trost, Unterstützung und einfühlsame Begleitung auf Augenhöhe erfahren. Es geht stets um Würde, Nähe und Lebensqualität – auch in Momenten von Schmerzen, Ängsten und Unsicherheit.
Der Ursprung der SAPV reicht zurück ins Jahr 2005, als das neue Hospiz- und Palliativgesetz vom Bundesministerium verabschiedet wurde. Bereits 2006 entstanden im Landkreis Emsland die ersten Palliativstützpunkte in Thuine und Sögel, eine damals außergewöhnliche Initiative. 2007 wurde der Palliativstützpunkt Nördliches Emsland eingerichtet und die Palliativstation in Sögel aufgebaut. Damit war die Grundlage für die ambulante Versorgung gelegt. Der offizielle Start der SAPV erfolgte am 1. Februar 2010. Seitdem hat sich das Angebot zu einer unverzichtbaren Anlaufstelle für schwerkranke Menschen jeden Alters entwickelt.
Ilona Konken, Koordinatorin des Palliativstützpunkts, erinnert sich: „Anfangs wussten wir kaum, was Palliativ bedeutet. Wir hatten niemanden zum Fragen oder Lernen. Das Team wurde zum Fundament. Wir mussten lernen, Trauer, Angst, Schmerzen und Fragen zu tragen.
Es war eine emotionale Herausforderung, aber wir haben viel gelernt und sind heute verlässliche Begleiter für Menschen am Ende ihres Lebens.“ Der Zusammenhalt und die Bereitschaft, sich stets weiterzuentwickeln, waren entscheidend für die Entwicklung des Teams.

Thomas Kock, stellvertretender Geschäftsführer des Hümmling Hospitals, betont: „Viele schwerkranke Menschen werden durch Hausärzte, Fachärzte, Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen an uns verwiesen. Die Palliativversorgung ist im Gesundheitswesen fest verankert. Bereits 2018 wuchs die Nachfrage im Südkreis so stark, dass wir über die Gründung eines weiteren Teams am Bonifatius Hospital in Lingen nachdachten. Im Oktober 2019 startete das zweite Team, und 2020 wurden die Palliativstationen in Sögel und Lingen etabliert.“ Landrat Marc-André Burgdorf würdigte die Entwicklung und das Engagement, das den Dienst am Nächsten stärkt. Pfarrer Thomas Burke, Kuratoriumsvorsitzender der St. Bonifatius Hospitalgesellschaft, betonte in seiner Rede die Werte der katholischen Kirche als Grundlage der Versorgung: „SAPV ist mehr als Medizin. Es ist ein ethisches Versprechen, das Menschlichkeit auch in schwersten Zeiten bewahrt.“
Das Jubiläum ist nicht nur ein Rückblick, sondern auch ein Bekenntnis zur Zukunft. Das Team möchte die Qualität der Begleitung weiter sichern, Familien weiterhin unterstützen und die Menschlichkeit in der Palliativversorgung auf höchstem Niveau halten. Die 15-jährige Erfolgsgeschichte zeigt: Die spezialisierte ambulante Versorgung ist eine lebenswichtige Stütze – nah, empathisch und kompetent. Damit bleibt das Ziel, jedem Menschen bis zum Schluss Würde, Nähe und Unterstützung zu bieten, fest im Fokus.
Text/Foto: Heidrun Langen






