{"id":4612,"date":"2011-04-01T00:08:34","date_gmt":"2011-03-31T22:08:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=4612"},"modified":"2011-03-30T17:58:36","modified_gmt":"2011-03-30T15:58:36","slug":"kofferpacken-mit-tiefgang-ruckblick-auf-eine-ausstellung-zum-tod-und-zum-sterben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2011\/04\/kofferpacken-mit-tiefgang-ruckblick-auf-eine-ausstellung-zum-tod-und-zum-sterben\/","title":{"rendered":"Kofferpacken mit Tiefgang: R\u00fcckblick auf eine Ausstellung zum Tod und zum Sterben"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Ausstellungsbesuch-3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-4796\" title=\"Ausstellungsbesuch 3\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/Ausstellungsbesuch-3-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u201eEin Koffer f\u00fcr die letzte Reise\u201c \u2013 dieser Gedanke bewegte im vergangenen Monat zahlreiche Besucher zum Denken, Diskutieren, Trauern, Weinen und auch Lachen. Schulklassen, Vereine oder Privatpersonen konnten nicht nur die Koffer begutachten, die seit einigen Jahren als Exponate einer Wanderausstellung durch die ganze Bundesrepublik ziehen, sondern auch die Gep\u00e4ckst\u00fccke einiger Einheimischer in Augenschein nehmen.<\/p>\n<p>So stellten Pfarrer Bernhard Horstmann und Samtgemeindeb\u00fcrgermeister G\u00fcnter Wigbers auf vorherige Bitte ebenfalls einen Koffer zur Verf\u00fcgung. W\u00e4hrend Horstmann innerhalb von drei Stunden fertig gepackt hatte, tat sich Wigbers mit der Entscheidung schwerer.<\/p>\n<p>Drei Tage lang habe er \u00fcberlegt, was er denn auf seine letzte Reise mitnehmen solle. \u201eIch habe mich auch dabei ertappt, dass ich in der Ausstellung gefl\u00fcstert habe\u201c, sagte Wigbers und zeigte damit einen m\u00f6glichen Erkl\u00e4rungsansatz auf. Die Ehrfurcht, der Respekt und die Andacht angesichts des Sterbens seien nicht in so kurzer Zeit zu bew\u00e4ltigen. Aber genau deshalb sei die Ausstellung ein \u201eeindrucksvolles Projekt\u201c, das einen \u201eBlick in die Seele vieler Menschen gebe\u201c. Sein Koffer solle in diesem Sinne zu einer \u201eoffenen Atmosph\u00e4re\u201c bei der Besch\u00e4ftigung mit dem Tod beitragen und sei mit einem Augenzwinkern zu sehen.<\/p>\n<p>Eine Packung \u201eMerci\u201c als Dankesch\u00f6n an denjenigen, der ihm das Leben mit all seinen H\u00f6hen und Tiefen erm\u00f6glicht habe, und \u201eG\u00f6tterspeise\u201c, da sie dem Sch\u00f6pfer dem Namen nach ja schmecken m\u00fcsse, seien der Inhalt und das Ergebnis eines Denkprozesses, an dessen Ende auch eine Ver\u00e4nderung \u00fcber den Umgang mit dem Tod stehe. Ein Aspekt sei ihm dabei besonders wichtig. Zwar bedanke er sich f\u00fcr das Vergangene, doch im Grunde richte sich \u201eder Blick nicht zur\u00fcck, sondern nach vorne\u201c.<\/p>\n<p>Anders verhielt es sich bei Pfarrer Horstmann. Allein durch die t\u00e4gliche Konfrontation mit dem Sterben, sei es f\u00fcr ihn nicht schwer gewesen, die Dinge zu finden, die er auf seine letzte Reise mitnehmen wolle. Ein Gartenzwerg, drei B\u00fccher, Pfeife und Tabak f\u00fcgten sich zu einer illustren Kombination, der interessante Erkl\u00e4rungen folgten. Der Gartenzwerg sei als Nicht-Symbol zu verstehen, das dem Ende der irdischen Existenz die Schwere und Ernsthaftigkeit nehmen solle. Darauf aufbauend packe er au\u00dferdem das Buch \u201eDunkle Nacht \u2013 Mystische Glaubenserfahrungen von Johannes vom Kreuz\u201c ein, dessen Theologie das Leben als Suche nach Gott verstehe. Dennoch wisse man, wonach man suche und finde sich trotz der Dunkelheit immer zurecht. Das Ziel vor Augen durchwandere man einen Reinigungsprozess der Erkenntnis und Erl\u00f6sung. Dessen Resultat sei die Wahrheit und in dieser g\u00f6ttlichen Wahrheit wolle Horstmann \u00fcber die irdische Wahrheit diskutieren. Aus diesem Grunde d\u00fcrfe das Sachbuch \u201eDu sollst nicht l\u00fcgen\u201c J\u00fcrgen Schmieder nicht fehlen. Um das Ganze zu einem Genuss zu machen, seien eine Pfeife und guter Tabak notwendig.<\/p>\n<p>\u201eIch w\u00fcnsche mir eine kindlich aufgekl\u00e4rte, dem\u00fctig liebevolle Zuversicht in Bezug auf das Sterben\u201c, res\u00fcmierte Horstmann. Dies solle das Buch \u201eFrag doch mal die Maus. Fragen zu Gott, der Welt und den gro\u00dfen Religionen\u201c verk\u00f6rpern. Mit einer Portion naiven, unbek\u00fcmmerten Staunens m\u00fcsse man sich dem schwierigen Thema des Lebensendes n\u00e4hern. Das sei zumindest die Theorie, doch wie sich die Praxis letztlich darstelle, bleibe nat\u00fcrlich ein gro\u00dfes Mysterium.<\/p>\n<p>Welch unterschiedliche Dimensionen das Packen eines Koffers entwickeln k\u00f6nne, brachte Michael Strodt, Leiter der Jugendbildungsst\u00e4tte Marstall Clemenswerth und Vorsitzender des S\u00f6geler Hospiz e.V., zum Ausdruck.<\/p>\n<p>Am meisten beeindruckt habe ihn der Besuch von Kindern mit ihren Fragen, die ihm gezeigt h\u00e4tten, wie man \u201egut mit Trauer umgehen kann\u201c. Ein M\u00e4dchen habe gesagt, es wolle nur einen Ball mitnehmen, mit dem sie zusammen mit ihrer Schwester auf einer Wolke spielen wolle.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sie das Bild gemalt habe, sei ihr eine Frage in den Sinn gekommen: \u201eHat meine Schwester wohl wieder lange Haare?\u201c Dieser Gedanke nehme ihm \u201ejede Angst, gerade auch mit Kindern \u00fcber das Sterben zu reden und mir den Himmel beschreiben zu lassen.\u201c<\/p>\n<p>Text: JB<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\u201eEin Koffer f\u00fcr die letzte Reise\u201c \u2013 dieser Gedanke bewegte im vergangenen Monat zahlreiche Besucher zum Denken, Diskutieren, Trauern, Weinen und auch Lachen. Schulklassen, Vereine oder Privatpersonen konnten nicht nur die Koffer begutachten, die seit einigen Jahren als Exponate einer Wanderausstellung durch die ganze Bundesrepublik ziehen, sondern auch die Gep\u00e4ckst\u00fccke einiger Einheimischer in Augenschein nehmen. 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