{"id":36953,"date":"2024-06-03T17:29:10","date_gmt":"2024-06-03T15:29:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=36953"},"modified":"2024-06-03T17:29:10","modified_gmt":"2024-06-03T15:29:10","slug":"das-huemmling-gymnasium-soegel-nimmt-die-herausforderung-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2024\/06\/das-huemmling-gymnasium-soegel-nimmt-die-herausforderung-an\/","title":{"rendered":"Das H\u00fcmmling-Gymnasium S\u00f6gel nimmt die Herausforderung an"},"content":{"rendered":"\n<p>S\u00f6gel &#8211; \u201eHilf mir, es selbst zu tun&#8230;\u201c \u2013 Diesen Satz der P\u00e4dagogin Maria Montessori kennt man: Unsere Kinder lernen das Schuheanziehen, das alleinige Essen, kurz: allt\u00e4gliche Schwierigkeiten eigenst\u00e4ndig zu bew\u00e4ltigen. Doch irgendwie verliert sich dieser Anspruch im Laufe der Schullaufbahn. Immer lauter wird daher die Kritik an Schule, die Sch\u00fcler*Innen w\u00fcrden nicht auf die Zukunft vorbereiten werden; sie w\u00fcrden zu verkopft an die kleinen und gro\u00dfen Probleme ihres Lebens herangehen oder sich mit den globalen Problemen \u00fcberfordert f\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schule, so wie man sie bisher kennt, wird sich daher ver\u00e4ndern m\u00fcssen, damit sie Absolventen*Innen hervorbringt, die den Umgang mit den gro\u00dfen politischen, \u00f6kologischen, \u00f6konomischen und sozialen Herausforderungen unserer Zeit meistern k\u00f6nnen. Unterst\u00fctzt werden alle teilnehmenden Schulen, die sich diese Ver\u00e4nderung zum Ziel gesetzt haben, vom Bundesministerium f\u00fcr Bildung und Forschung (BMBF).<\/p>\n\n\n\n<p>2015 fiel der Startschuss f\u00fcr das UNESCO-Weltaktionsprogramm \u201eBildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung\u201c (BNE) des BMBF. Die Lehr- und Bildungspl\u00e4ne stellen ein wesentliches Element zur Transformation des Bildungssystems dar. Daher werden auch am H\u00fcmmling-Gymnasium S\u00f6gel im Rahmen des Projekts die Gestaltungs- und Handlungskompetenzen in den Vordergrund ger\u00fcckt, um das BNE-Konzept nicht blo\u00df in theoretischer Hinsicht zu begreifen, sondern auch praktisch und selbstst\u00e4ndig umzusetzen. Hier setzt das H\u00fcmmling-Gymnasium S\u00f6gel nun an und schafft ein neues Bewusstsein f\u00fcr schulische Bildung: Junge Menschen sollen dazu bef\u00e4higt werden, die Zukunft zu gestalten, als Mitglieder der Generation, die f\u00fcr die Zukunft die Verantwortung tr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht selten kann in der Gesellschaft beobachtet werden, dass Jugendliche eine konsumierende Pers\u00f6nlichkeit entwickeln. Sie reagieren nur noch auf ihre Umwelt und ihre Mitmenschen und sammeln kaum mehr eigenaktive Erfahrungen. Dies ist jedoch unumg\u00e4nglich f\u00fcr eine erfolgreiche Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung und so l\u00e4uft nun eine Pilotphase mit Sch\u00fcler*Innen des H\u00fcmmling-Gymnasiums an, die diese vor neue Herausforderungen stellen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Als ein Baustein des BNE (Nationaler Aktionsplan Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung des Bundesministeriums f\u00fcr Bildung und Forschung) &#8211; Konstrukts des Modellprojekt Zukunftschule wird das Fach Herausforderung schon von \u00fcber 80 Schulen in Deutschland umgesetzt. Im letzten Jahr besuchten engagierte Lehrkr\u00e4fte der Arbeitsgruppe \u201eZukunft Schule\u201c des H\u00fcmmling-Gymnasiums das Evangelische Gymnasium Nordhorn, das bereits \u00fcber Erfahrungen mit dem Projekt Herausforderungen verf\u00fcgt. Daraus entwickelten diese ein f\u00fcr das H\u00fcmmling-Gymnasium S\u00f6gel passendes Konzept. Dieses wird nun im Schuljahr 2023\/24 von interessierten Sch\u00fcler*Innen innerhalb einer AG als Pilotphase erprobt, es soll Strategiearbeit und eigenaktives Lernen in den Fokus r\u00fccken.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie durchlaufen im Laufe des Schuljahrs darin \u00fcbergeordneten Phasen, wie Inspiration f\u00fcr die eigene Herausforderung, Vorbereitung und Planung sowie Pr\u00e4sentation, Umsetzung der Herausforderung, Reflexion und den Transfer. Die Wahl der Themen ist dabei mannigfach: Neben dem Einsatz f\u00fcr Klima-\/Tier- und Naturschutz kann Kultur als solche geschaffen werden; auch Hilfe f\u00fcr Menschen in Not, die Unterst\u00fctzung anderer Generationen oder das Engagement f\u00fcr den Frieden stellen denkbare Motive dar. Die Sch\u00fcler*Innen treffen Entscheidungen innerhalb des Projektes \u201eHerausforderung\u201c selbstst\u00e4ndig. F\u00fcr sie gilt es im Prozess zu \u00fcberlegen: Was ist f\u00fcr mich selbst eine wirkliche Herausforderung, was bringt mich an meine Grenzen? Welches ideelle und \u00f6rtliche Ziel hat meine Herausforderung? Wie hilft sie der Gesellschaft in \u00f6kologischer, \u00f6konomischer oder sozialer Hinsicht?<\/p>\n\n\n\n<p>Diese wie auch immer geartete Herausforderung gilt es f\u00fcr die Sch\u00fcler*Innen in f\u00fcnf Tagen zu bew\u00e4ltigen; dabei m\u00fcssen sie nicht nur das ideell gesetzte Ziel erreichen, sondern sich auch im Vorfeld intensiv Gedanken \u00fcber ganz allt\u00e4gliche Abl\u00e4ufe machen, die ihnen i.d.R. abgenommen werden: Speise-, Reise- und Budgetpl\u00e4ne m\u00fcssen erstellt und sozial-emotionale Softskills geschult und als Team erarbeitet werden. Die detaillierte Planung wird vor Antritt der Herausforderung einer Jury aus Lehrern, Schulleitung, Eltern und der Sch\u00fclervertretung pr\u00e4sentiert, die entscheidet, ob die Herausforderung angetreten werden darf. Die Pr\u00e4sentation wurde in den R\u00e4umlichkeiten des Gymnasiums vorgestellt. Ist die Genehmigung durch das Gremium erfolgt, sind die Sch\u00fcler*Innen w\u00e4hrend ihrer Herausforderung aber nat\u00fcrlich nicht vollkommen auf sich allein gestellt; sie werden von Coaches (Lehramtsstudenten, P\u00e4dagogen, etc.) begleitet, die sich jedoch nur in grenzwertigen bzw. gef\u00e4hrlichen Situationen einmischen sollen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn wir die zuk\u00fcnftigen Probleme (Ver\u00e4nderung des Arbeitsmarktes, Demokratie in Gefahr, Klimawandel, etc.) als gro\u00dfe Herausforderungen unserer Zeit betrachten und die Sch\u00fcler*Innen ihnen irgendwann begegnen werden, ben\u00f6tigen sie F\u00e4higkeiten und Fertigkeiten, um sie zu meistern. Eine Hilfestellung, die wir ihnen heute schon mitgeben k\u00f6nnen, sind freie R\u00e4ume, in denen sie aktiv mit Schwierigkeiten in Ber\u00fchrung kommen. Oftmals sind dies Erfahrungen, die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler erst nach dem Abitur machen, z.B. in einem Freien Sozialen Jahr, Work-And-Travel oder eben erst, wenn sie mit beiden Beinen im Berufsleben stehen. Der Umgang mit Herausforderungen, Scheitern und Problemen formt nicht nur starke Pers\u00f6nlichkeiten, sondern gibt L\u00f6sungs- und Strategieans\u00e4tze vor, die ihnen vor allem im Berufsleben sp\u00e4ter zugutekommen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind gespannt, welchen Herausforderungen sich unsere Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler stellen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Text: Antonia Velden<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"S\u00f6gel &#8211; \u201eHilf mir, es selbst zu tun&#8230;\u201c \u2013 Diesen Satz der P\u00e4dagogin Maria Montessori kennt man: Unsere Kinder lernen das Schuheanziehen, das alleinige Essen, kurz: allt\u00e4gliche Schwierigkeiten eigenst\u00e4ndig zu bew\u00e4ltigen. Doch irgendwie verliert sich dieser Anspruch im Laufe der Schullaufbahn. 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