{"id":26143,"date":"2019-02-21T11:33:09","date_gmt":"2019-02-21T10:33:09","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=26143"},"modified":"2019-02-21T11:33:09","modified_gmt":"2019-02-21T10:33:09","slug":"laos-reich-der-eine-million-elefanten-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2019\/02\/laos-reich-der-eine-million-elefanten-2\/","title":{"rendered":"Laos \u2013 Reich der eine Million Elefanten"},"content":{"rendered":"<p>Diese Bezeichnung gab sich Laos fr\u00fcher. Sie war vermutlich immer \u00fcbertrieben, ist es jetzt auf jeden Fall. In den dichten Urw\u00e4ldern leben aber noch wilde Elefanten, Tiger, Leoparden sowie andere exotische Tiere und harren ihrer Ausrottung; denn die Wilderei ist hier ebenso exorbitant\u00a0 wie in Afrika. Hinzu kommt noch die permanente Waldzerst\u00f6rung. &#8211;\u00a0 Dennoch bleibt das exotische Land ausgesprochen sehenswert.<\/p>\n<p>Die Hauptstadt Vientiane pr\u00e4sentiert sich sauber und aufger\u00e4umt mit breiten Boulevards sowie Parkanlagen. Dennoch hat der Ort sich die Ausstrahlung einer franz\u00f6sisch-laotischen Kleinstadt bewahrt. Das franz\u00f6sische Erbe wird hervorgehoben durch einen franz\u00f6sisch-laotischen Triumphbogen in einem Park. Nat\u00fcrlich gehe ich zu der Ruhe ausstrahlenden Klosteranlage Wat Sisaket mit vielen Buddhafiguren und herrlichem tropischen Garten. Den H\u00f6hepunkt einer Stadtbesichtigung bildet das Nationalheiligtum That Luang. Mit seinem gro\u00dfen goldfarbenen Stupa (glockenf\u00f6rmige Konstruktion) auf drei quadratischen Terrassen stellt er das Wahrzeichen der Stadt dar. Er wurde im 16. Jahrhundert \u00fcber einem \u00e4lteren Stupa errichtet und soll eine Reliquie von Buddha beherbergen.<\/p>\n<p>Mit dem Flugzeug erreiche ich die alte Hauptstadt und K\u00f6nigsresidenz Luang Prabang. Sie ist Unesco-Weltkulturerbe und Touristenhochburg, hat sich gleichwohl ihren l\u00e4ndlichen Charme bewahrt. Ich bummele \u00fcber einen lebendigen Markt, der fast nur von Einheimischen besucht wird. Gem\u00fcse, Obst, Plastikgeschirr, elektronischer Krempel aus China, der selbst in deutschen Billigstl\u00e4den unverk\u00e4uflich w\u00e4re, Gark\u00fcchen, vergammeltes Fleisch \u2013 alles, was offenkundig das Herz eines Laoten erfreut und in meinem Magen \u00dcbelkeit hervorruft, wird feilgeboten in einer Attacke auf Augen und Nase. Wenn ich es allerdings mit einem benachbarten Touristenmarkt vergleiche, ist mir der einheimische lieber. Zur Erholung der Sinne bietet sich ein beschaulicher Spaziergang am Fluss Mekong an.<\/p>\n<p>Ich kehre in einem Restaurant am Ufer ein. Es gibt wie in ganz S\u00fcdostasien Nudelsuppe. Mal schmeckt sie besser, mal riecht sie schlechter, hat jedoch den Vorteil, kochend hei\u00df zu sein, so dass sie Keime an Besteck und Geschirr abt\u00f6tet &#8211; hoffe ich zumindest bis zum ersten Durchfall.\u00a0 (Wieder zu Hause muss ich eine Nudelsuppenentziehungskur durchf\u00fchren.)<\/p>\n<p>F\u00fcr die Besichtigung des pr\u00e4chtigen vergoldeten K\u00f6nigspalasts mit all seinen Nebengeb\u00e4uden in einem tropischen Park lasse ich mir viel Zeit. Am Eingang des Parks thront die goldene Statue eines K\u00f6nigs auf einem Postament. (H\u00e4tte er statt eines Schwerts eine Rolle Klopapier in den H\u00e4nden, k\u00f6nnte er auch woanders sitzen.)<\/p>\n<p>In einer weiteren ausgedehnten Tempelanlage kann man die vergoldete k\u00f6nigliche Beisetzungsbarke besichtigen. Der Abend bietet sich f\u00fcr die Vorf\u00fchrung traditioneller T\u00e4nze in der k\u00f6niglichen Tanzhalle an. Sie\u00a0 sollte wegen der tropisch-stickigen Luft allerdings eher Trancehalle hei\u00dfen. Gegen das Raumklima erweisen die T\u00e4nzerinnen sich als immun. Denn trotz schwerer Kost\u00fcme liefern sie eine exotisch pr\u00e4chtige Auff\u00fchrung .<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich unternehme ich eine geruhsame Bootsfahrt auf dem Mekong. An mir ziehen Urwald und Pfahlh\u00fctten, die sich gelegentlich zu kleinen D\u00f6rfern versammeln, vorbei. Fischer werfen ihre Netze aus, altersschwache Passagierboote und \u00fcberladene Lastk\u00e4hne tuckern flussauf-flussab. Nach ungef\u00e4hr drei Stunden erreiche ich die H\u00f6hle von Pak Ou. Sie \u00f6ffnet sich in etwa 40 m H\u00f6he zum Fluss und ist \u00fcber eine gewundene Treppe erreichbar. Das H\u00f6hleninnere birgt mehrere hundert Buddhastatuen und -alt\u00e4re. Hier opfern die Einheimischen, ohne von mir Notiz zu nehmen. Dies tut aber eine der vielen an der H\u00f6hlendecke h\u00e4ngenden Flederm\u00e4use und erleichtert sich auf meinen Kopf. Mit einem Male nehmen die Einheimischen mich wahr, lachen und versichern mir, dies bringe Gl\u00fcck. &#8211; Ich wasche mir sp\u00e4ter lieber die Haare.<\/p>\n<p>Am gegen\u00fcber liegenden Ufer schl\u00fcrfe ich in einem sehr einheimischen Lokal eine Nudelsuppe. Da ich mir nichts hole, wirkt der Fledermausurin vielleicht doch. Ich fahre mit dem Boot geruhsam zur\u00fcck nach Luang Prabang. In der N\u00e4he der Stadt wandere ich zum Khouang Sy-Wasserfall. Er st\u00fcrzt aus beachtlicher H\u00f6he in ein gro\u00dfes Becken und bildet hinabstr\u00f6mend weitere, von dichter Vegetation ges\u00e4umte Becken. Auf dem R\u00fcckweg zur Stadt durchquere ich mitten im Urwald ein Dorf der Miau oder Mon. Die zierlichen Leute scheinen recht gesch\u00e4ftst\u00fcchtig zu sein. Denn sie schicken, um Waren feilzubieten, ihre Kinder vor, die in ihrer Winzigkeit Mitleid erheischen.<\/p>\n<p>Ich verlasse dieses schl\u00e4frige und sch\u00f6ne Laos mit liebenswerten Menschen. &#8211; Vor einigen Monaten erschien bereits ein Artikel \u00fcber Kambodscha. Mit Eindr\u00fccken aus Vietnam vervollst\u00e4ndige ich in den n\u00e4chsten beiden Monaten die Berichte \u00fcber das ehemals franz\u00f6sische Indochina.<\/p>\n<p>Text\/Foto: UM<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2019\/02\/laos-reich-der-eine-million-elefanten-2\/laos05-2\/\" rel=\"attachment wp-att-26144\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-26144\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Laos05-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2019\/02\/laos-reich-der-eine-million-elefanten-2\/laos01-2\/\" rel=\"attachment wp-att-26145\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-26145\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Laos01-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2019\/02\/laos-reich-der-eine-million-elefanten-2\/laos02-2\/\" rel=\"attachment wp-att-26146\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-26146\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Laos02-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2019\/02\/laos-reich-der-eine-million-elefanten-2\/laos03-2\/\" rel=\"attachment wp-att-26147\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-26147\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Laos03-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2019\/02\/laos-reich-der-eine-million-elefanten-2\/laos04-2\/\" rel=\"attachment wp-att-26148\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-26148\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/Laos04-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Diese Bezeichnung gab sich Laos fr\u00fcher. 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