{"id":22803,"date":"2017-11-01T00:40:14","date_gmt":"2017-10-31T23:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=22803"},"modified":"2017-10-31T17:47:22","modified_gmt":"2017-10-31T16:47:22","slug":"ein-neubuerger-erzaehlt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2017\/11\/ein-neubuerger-erzaehlt\/","title":{"rendered":"Ein \u201eNeub\u00fcrger\u201c erz\u00e4hlt"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Liebe Leserinnen und Leser,<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>schon vor einigen Wochen erhielten wir nachstehenden Bericht von Bernhard Kuhlmann mit der Bitte, ihn in einer unserer n\u00e4chsten Ausgaben zu ver\u00f6ffentlichen. Er erz\u00e4hlt hier seine Geschichte als Neub\u00fcrger in S\u00f6gel. Die Ver\u00f6ffentlichung war bereits f\u00fcr die Ihnen vorliegende November-Ausgabe fertig gesetzt, als uns die traurige Nachricht erreichte.<\/em><\/p>\n<p><em>Leider ist Bernhard Kuhlmann Ende Oktober verstorben. Wir m\u00f6chten seiner Bitte mit Unterst\u00fctzung seiner Angeh\u00f6rigen dennoch nachkommen und ihn so in w\u00fcrdiger Erinnerung behalten.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>\u00a0 &#8211; Redaktionsteam der IfSuU &#8211;<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>S\u00f6gel ein freundlicher Ort mit zugewandten Menschen<\/strong><\/p>\n<p>Wir, Lotti und Bernhard Kuhlmann aus Hessen, von der Goethe- und Bebelstadt Wetzlar, sind zum Februar nach S\u00f6gel gezogen.<\/p>\n<p>Als wir hier in S\u00f6gel ankamen und die ersten G\u00e4nge zu Handwerkern, Gesch\u00e4ften, Tourist-Info, Arzt, Apotheke und zur Gemeindeverwaltung machten, lernten wir die Aufgeschlossenheit der S\u00f6gler sehr schnell kennen. Zugewandt, freundlich und helfend waren die Begegnungen. In Metropolregionen ist dies meist nicht so. Alles ist dort anonymer und getriebener. Die uns gew\u00e4hrte Unterst\u00fctzung im Anfang war wohltuend und erleichterte uns die Eingliederung.<\/p>\n<p>\u00dcber einen Informationsflyer wurden wir von der politischen Gemeinde S\u00f6gel als Neub\u00fcrger eingeladen. Die Einladung haben wir ange-nommen, weil wichtig und gut. Damit hatten wir die Gelegenheit mit dem Samtgemeindeb\u00fcr-germeister der B\u00fcrgermeisterin und der Stell-vertreterin zu sprechen und \u00fcber die Gemeinde etwas zu erfahren. Dar\u00fcber hinaus konnten wir selbst auch etwas von uns erz\u00e4hlen. Es war ein freundlich offenes Gespr\u00e4ch im gepflegten Ambiente des Ratskellers im Ludmillenhof. Wir erinnern uns gerne an den sch\u00f6nen Abend im beeindruckenden Gew\u00f6lbe.<\/p>\n<p>Bei G\u00e4ngen durchs \u201eD\u00f6rfchen\u201c stellten wir fest, dass S\u00f6gel sehr praktisch f\u00fcr Jung und Alt gebaut ist. Die Bebauung gliedert sich um den Dorfmittelpunkt, die Kirche St Jakobus. S\u00f6gel ist ein kompakter Ort mit kurzen Wegen. Alles, was der Mensch zum Leben wirklich braucht, ist rund um den Marktplatz zu haben. Gut ist es, dass noch viele Gesch\u00e4fte im Zentrum sind. Das sollte so bleiben! Die Planung ist so fortzusetzen und die Gesch\u00e4ftsleerst\u00e4nde sollten zur Belebung des Ortskern noch gef\u00fcllt werden, sofern m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Der freundlich und offen gestaltete Marktplatz ist absolut einladend. Hier hatten wir schon das \u00bbpublic viewing\u00ab zum Fu\u00dfball &#8211; Deutschland gegen Nordirland &#8211; erlebt. Es war eine klasse Stimmung und ein fr\u00f6hliches Miteinander. Besonders sch\u00e4tzen wir jetzt den Wochenmarkt. Hier sind wir zum Backfischessen und zum Einkauf &#8211; einfach locker und lecker! F\u00fcr uns ist der Markttag auch guter Gespr\u00e4chsort. Hier trifft man sich, hier lernt man sich kennen und tauscht Namen und Nachrichten aus. Herr Bongard hat uns bei der Ankunft helfende Hinweise gegeben. Er ist die Institution am Markt und der Wochenmarkt ohne ihn nicht denkbar. Wir sch\u00e4tzen ihn sehr.<\/p>\n<p>Unsere Spazierg\u00e4nge f\u00fchren uns regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber \u201eunseren Vorgarten\u201c, die Schlossalle, zum Schloss Clemenswerth. Der Schlosspark ist mit seiner einzigartigen Geometrie wahrhaft der \u201eStern des Emslandes\u201c. Er ist f\u00fcr uns Ort der Entspannung und Erholung. Begeistert sind wir vom meisterhaft gestalteten und gepflegten Klostergarten. Hier l\u00e4sst es sich in Ruhe und Abgeschiedenheit auf einer Bank verweilen. Im w\u00e4rmenden Licht der Sonne und windgesch\u00fctzt von den m\u00e4chtigen Taxushecken halten wir inne, lesen ein Buch, oder fangen mit der Kamera die Licht und Schattenspiele ein. Der Sitzplatz am \u201eGloriettchen\u201c ist f\u00fcr uns ein Genuss.<\/p>\n<p>Den Reiz von Rosenfest, ParkArt, \u201eKleines Fest im gro\u00dfen Park\u201c und Falknertag sowie Schleppjagd haben wir schon kennengelernt. Herausragend war das \u201eKleine Fest im Gro\u00dfen Park\u201c. Hier stimmten perfekt die Atmosph\u00e4re, die K\u00fcnstler, das Essen, der Wein und der friedliche Verlauf. Was will der Mensch noch mehr?<\/p>\n<p>Verschiedene Spazierg\u00e4nge durch S\u00f6gel haben uns die Antonius-Grotte, die Gedenksteine am Ludmillenhof und Knippers Kohlenhof, die Wegkreuze an der Wahner Stra\u00dfe, den Friedhof an der Gartenstra\u00dfe und den J\u00fcdischen Friedhof im Wald entdecken lassen. Die Stolpersteine haben wir an einigen Gehwegen gesehen und in uns zum Gedenken gespeichert. Auch an und in der Kirche, der ev. Markusgemeinde, sind wir gewesen. Interessant war es zu erfahren, dass die Kirche als Fertigbautyp geschaffen wurde, um gefl\u00fcchteten Menschen aus den deutschen Ostgebieten nach dem Krieg schnell Raum f\u00fcr Gebet, Andacht und Seelsorge zu geben.<\/p>\n<p>Die von uns zu S\u00f6gel gesammelten Eindr\u00fccke, lassen uns sagen:<\/p>\n<p><strong><em>Wir haben es gut getroffen. <\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Wir sind in einem herrlichen Ort in gepflegter Landschaft und f\u00fchlen uns zuhause.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Text: Bernhard Kuhlmann<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nachtrag:<\/strong><\/p>\n<p>Alle zuvor geschriebenen Zeilen stammen aus tiefer \u00dcberzeugung und Zuneigung meiner Eltern zu ihrer neuen Heimat S\u00f6gel und seiner Menschen. Leider waren meinem Vater nur neun Monate verg\u00f6nnt, diese positiven Eindr\u00fccke zu erleben. Meiner Mutter w\u00fcnsche ich, dass sie noch viele weitere gute und sch\u00f6ne Erfahrungen machen darf. Die Anteilnahme der Menschen hier ist beeindruckend. Um einen S\u00f6geler zu zitieren: \u201cSehen Sie wie ihre Eltern schon nach so kurzer Zeit hier angekommen sind.\u201c<\/p>\n<p>Ein gutes und zugleich beruhigendes Gef\u00fchl!<\/p>\n<p>Frank Kuhlmann<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Liebe Leserinnen und Leser, schon vor einigen Wochen erhielten wir nachstehenden Bericht von Bernhard Kuhlmann mit der Bitte, ihn in einer unserer n\u00e4chsten Ausgaben zu ver\u00f6ffentlichen. Er erz\u00e4hlt hier seine Geschichte als Neub\u00fcrger in S\u00f6gel. Die Ver\u00f6ffentlichung war bereits f\u00fcr die Ihnen vorliegende November-Ausgabe fertig gesetzt, als uns die traurige Nachricht erreichte. 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