{"id":21662,"date":"2017-05-31T16:30:28","date_gmt":"2017-05-31T14:30:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=21662"},"modified":"2017-05-31T16:30:28","modified_gmt":"2017-05-31T14:30:28","slug":"auf-spurensuche-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2017\/05\/auf-spurensuche-2\/","title":{"rendered":"Auf Spurensuche"},"content":{"rendered":"<p>Wie in der M\u00e4rz-Ausgabge der IfS angek\u00fcndigt, liebe Lesrinnen und Leser, wollen wir uns weiter auf den Weg machen, auf Spurensuche j\u00fcdischen Lebens in S\u00f6gel zu gehen.<\/p>\n<p><strong>Die Einweihung des Synagogendenkmals in der Stra\u00dfe \u201eAm Pohlkamp\u201c<\/strong><\/p>\n<p>In einer beeindruckenden Feierstunde am 06. November 1988 \u2013 50 Jahre nach der Zerst\u00f6rung \u2013 wurde auf dem urspr\u00fcnglichen Standort ein Denkmal f\u00fcr die zerst\u00f6rte Synagoge eingeweiht. B\u00fcrgermeister Wilhelm Masbaum betonte in seiner Ansprache: \u201eEs ist richtig, sich an das wohl dunkelste Kapitel unserer Geschichte zu erinnern und ob der Schande Scham zu empfinden.<\/p>\n<p>Es ist auch gut, der Toten in Trauer zu gedenken. Aber es ist auch notwendig, dass der Gedenkstein f\u00fcr uns zum Menetekel, zum Warnzeichen wird, damit wir nicht in Gleichg\u00fcltigkeit verharren, wenn sich Anzeichen neuen Unrechts gegen Minderheiten bemerkbar machen sollte.\u201c<\/p>\n<p>Der Landesrabbiner Dr. Henry Brandt erinnerte in seiner Rede mit eindringlichen Worten an die Zerst\u00f6rung der Synagoge in S\u00f6gel vor 50 Jahren. \u201eWo waren denn die S\u00f6geler damals alle, warum das Schweigen?\u201c, pl\u00e4dierte Brandt. Man k\u00f6nne akzeptieren, dass die Brandtrupps in der sogenannten \u201eReichskristallnacht\u201c von au\u00dferhalb gekommen seien, dass nicht S\u00f6geler B\u00fcrger die Brandfackel gelegt h\u00e4tten. Und doch: Sie seien in Schweigen verharrt. \u201eWo zwischenmenschliche Solidarit\u00e4t h\u00e4tte zum Tragen kommen m\u00fcssen, wandte man den Juden den R\u00fccken zu!\u201c (\u2026) Brandt sprach \u201eden wenigen\u201c seine \u201eHochachtung\u201c aus, die \u201eunter Einsatz ihres Lebens oder zumindest ihrer Karriere und ihres \u00f6ffentlichen Ansehens\u201c Objekte aus der Synagoge gerettet haben und ihren j\u00fcdischen Mitb\u00fcrgern mit der Menschlichkeit begegnet seien, die ihnen eigentlich zugestanden habe. Den Gedenkstein verstehe er als ein Mahnmal, das die Erinnerung an die j\u00fcdischen Menschen, \u201edie hier geschunden und vertrieben worden sind\u201c, wachhalten sollte. (Dieses Erinnern wird j\u00e4hrlich am Volkstrauertag mit einer kurzen Ansprache und einer Gedenkminute am Gedenkstein der zerst\u00f6rten Synagoge wachgehalten.)<\/p>\n<p>Der Stein mahne, voneinander zu lernen, denn \u201edurch das Kennenlernen des anderen kann man Vorurteilen vorbeugen und ist vor Geh\u00e4ssigkeit gefeit\u201c, so Brandt. (vgl. Ems-Zeitung vom 08. November 1988)<\/p>\n<p><strong>Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht<\/strong><\/p>\n<p>Es ist Anfang November 2008. In der Aula des H\u00fcmmling- Gymnasiums \u00fcben Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler des Gymnasiums und der Realschule Spielszenen, die sie selbst erarbeitet haben f\u00fcr die Gedenkveranstaltung \u201eSie waren unsere Nachbarn\u201c anl\u00e4sslich des 70. Jahrestages der Reichspogromnacht am 9. November 1938.<\/p>\n<p>\u201eIn kurzen Situationsaufnahmen wird der Leidensweg der Juden von 1933 bis zum Beginn des Holocaust dargestellt, angefangen bei Boykotten j\u00fcdischer Gesch\u00e4fte, den Entlassungen j\u00fcdischer Beamte \u00fcber die Pogrome, die brennenden Synagogen und die willk\u00fcrlichen Verhaftungen bis hin zur Deportation ganzer Familien.\u201c (vgl. Ems-Zeitung vom 07. November 2008)<\/p>\n<p>An die j\u00fcdischen Mitb\u00fcrger von S\u00f6gel erinnerten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Bernhardschule in einem bewegenden Filmbeitrag: Sch\u00fcler verlasen vor den ehemaligen Wohnungen die Namen der fr\u00fcheren j\u00fcdischen Bewohner und den Ort ihrer Ermordung in den verschiedenen Konzentrationslagern. Am Ende des Kurzfilms f\u00e4hrt das Objektiv der Kamera mit musikalischer Untermalung \u00fcber die Namen der Gedenktafeln auf dem j\u00fcdischen Friedhof.<\/p>\n<p>Ein eindringlicher Beitrag, der das Publikum in der Aula des H\u00fcmmling- Gymnasiums tief beeindruckte. Vor allem f\u00fcr die Jugendlichen selbst, die, wie so mancher Sch\u00fcler \u00e4u\u00dferte, vor ihrer Arbeit wenig \u00fcber unsere j\u00fcdischen Nachbarn in S\u00f6gel wussten. \u201eWir wussten eigentlich nur, dass es hier auch mal eine Synagoge gab, die niedergebrannt wurde.\u201c, schilderte eine Sch\u00fclerin. (Im Forum S\u00f6gel, Sigiltrastra\u00dfe 10a sind dieser Filmbeitrag, weitere Fotos, Dokumente und Kartenausschnitte zum Thema \u201eJ\u00fcdisches Leben in S\u00f6gel\u201c zu finden.<\/p>\n<p><em>Eine vollst\u00e4ndige Darstellung der \u201eSpurensuche\u201c finden Sie in der Gemeindeverwaltung und im Forum S\u00f6gel e.V. zur Einsicht.<\/em><\/p>\n<p>Text: HW \/<\/p>\n<p>Foto: UM<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Wie in der M\u00e4rz-Ausgabge der IfS angek\u00fcndigt, liebe Lesrinnen und Leser, wollen wir uns weiter auf den Weg machen, auf Spurensuche j\u00fcdischen Lebens in S\u00f6gel zu gehen. Die Einweihung des Synagogendenkmals in der Stra\u00dfe \u201eAm Pohlkamp\u201c In einer beeindruckenden Feierstunde am 06. 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