{"id":20315,"date":"2016-12-25T18:37:20","date_gmt":"2016-12-25T17:37:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=20315"},"modified":"2016-12-25T18:37:20","modified_gmt":"2016-12-25T17:37:20","slug":"nachruf-uber-albert-radke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2016\/12\/nachruf-uber-albert-radke\/","title":{"rendered":"Nachruf \u00fcber Albert Radke"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Nachruf-\u00fcber-Albert-Radke3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-20318\" title=\"Nachruf \u00fcber Albert Radke3\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Nachruf-\u00fcber-Albert-Radke3-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Nachruf-\u00fcber-Albert-Radke3-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Nachruf-\u00fcber-Albert-Radke3.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>S\u00f6gel\/Wallenhorst &#8211; Am 21. Oktober 2016 verstarb in Wallenhorst im Alter von 92 Jahren der S\u00f6geler K\u00fcnstler Albert Radke. Der im pommerschen Rederitz 1924 geborene Holzschnitzer und Bildhauer \u00a0hatte nach den Wirren des 2. Weltkriegs aus der Kriegsgefangenschaft kommend, 1946 in S\u00f6gel seine Heimat gefunden. Hier hat er sieben Jahrzehnte gelebt, gearbeitet und durch sein k\u00fcnstlerisches Schaffen lebens\u00fcberdauernde Kunstwerke hinterlassen.<\/p>\n<p>Die Besonderheit des Ortes S\u00f6gel und die Schlossanlage Clemenswerth, in einer park\u00e4hnlichen Anlage gelegen, boten f\u00fcr Albert Radke immer wieder Anziehungspunkt f\u00fcr Spazierg\u00e4nge. Die Lage des Ortes, eingebettet in den H\u00fcmmling mit seinen vielf\u00e4ltigen landschaftlichen Facetten und Menschen, die von ihrer H\u00e4nde Arbeit leben, war f\u00fcr ihn ein Ansporn und Anreiz zur gestalterischen Auseinandersetzung.<\/p>\n<p>Als gelernter Tischler beherrschte er das Handwerk und den Umgang mit dem Werkstoff Holz. Ab 1950 fertigte Albert Radke sakrale Gegenst\u00e4nde f\u00fcr Kirchen an, z.B. einen Altartisch f\u00fcr die Kapelle im Marstall Clemenswerth und Beichtst\u00fchle. Er restaurierte geschnitzte Statuen und stellte neue Eingangst\u00fcren f\u00fcr das Jagdschloss Clemenswerth her. Techniken der Bildhauerkunst und Holzschnitzerei eignete er sich in autodidaktischer Weiterbildung an. Als Sch\u00fcler der Bildhauerin B\u00fcscher-Eilert in Horstmar, bei einem Krippenseminar bei Prof. Dr. Lohmeyer in Osnabr\u00fcck und durch Naturstudien bei Prof. Frenken in Osnabr\u00fcck fand Albert Radke zu seiner individuellen Ausdrucksform. Seine b\u00e4uerlichen Figuren, die Menschen bei der t\u00e4glichen Arbeit darstellen, sind hierf\u00fcr ein typisches Beispiel. Eine dieser Figurengruppen wurde im Rahmen einer gro\u00dfen Krippenausstellung 1990 in der Dominikanerkirche in Osnabr\u00fcck ausgestellt. 2013 \u00fcberlie\u00df Albert Radke der Gemeinde S\u00f6gel als Dauerleihgabe neun dieser Holzfiguren.<\/p>\n<p>Auf der Suche nach neuen Ausdrucksformen entstanden gr\u00f6\u00dfere Frauenfiguren, in denen Formsch\u00f6nheit mit der Maserung und dem Wuchs des Holzes harmonieren. Am 1. Juni 2000 wurde Albert Radke in Bad Essen mit dem \u201eDeutsch Kroner Kulturpreis 2000\u201c f\u00fcr hervorragende Leistungen auf kulturellem und k\u00fcnstlerischem Gebiet ausgezeichnet. Ermuntert durch Heinz Thien wandte sich Albert Radke der Arbeit am Stein zu. Es entstand aus s\u00fcddeutschem Sandstein geschlagen ein Denkmal f\u00fcr den Literaten Levin Sch\u00fccking (1814 \u2013 1883), der seine Kindheits- und Jugendjahre in S\u00f6gel verbracht hatte. 2011 fand diese B\u00fcste ihren endg\u00fcltigen Standort neben dem Ludmillenhof. Es entstanden Werke, die mit Pr\u00e4zision,\u00a0 sozusagen \u201eSchlag f\u00fcr Schlag\u201c Zeugnis davon geben, dass auch dieser Werkstoff unter seinen H\u00e4nden zu leben begann. Seit den 1990er Jahren wurden seine Skulpturen auf Gemeinschaftsausstellungen des Kunstkreises S\u00f6gel im Marstall Clemenswerth und im Ludmillenhof ausgestellt.<\/p>\n<p>Eine k\u00fcnstlerisch intensive und erfolgreiche Zeit begann, als 1999 im Kunstkreis S\u00f6gel Albert Radke und Prof. Dr. M. Monika Niermann zusammenkamen. Als erstes gemeinsames Projekt wurde 2001 die Neugestaltung des Altarraums der ev. Stephanus-Kirche in Lathen\u00a0 mit Altar und Kreuz, Kanzel, Ambo und Taufbecken aus heller nordischer Eiche fertiggestellt. Es folgte 2002 das Hensen-Denkmal in S\u00f6gel. Das aufw\u00e4ndigste Projekt,\u00a0 die Ausstattung des katholischen Friedhofs in S\u00f6gel mit 14 gro\u00dfen Kreuzwegstationen wurde von 2002 bis 2004 umgesetzt. Der letzte \u00f6ffentliche Auftrag konnte 2009 ausgef\u00fchrt werden: Die Neugestaltung des Brandmals vor dem Feuerwehrhaus in Lorup. Diese vier gr\u00f6\u00dferen Auftr\u00e4ge zeichneten sich vor allem dadurch aus, dass der \u00d6ffentlichkeit keine Kunstwerke\u00a0 \u00fcbergest\u00fclpt wurden. Vielmehr wurde in regem Austausch und enger Zusammenarbeit mit den kirchlichen und kommunalen Gemeinden von der ersten Planung bis zur Vollendung der Auftr\u00e4ge zusammengearbeitet. Unterschiedliche Entw\u00fcrfe wurden auf \u00f6ffentlichen Veranstaltungen vorgestellt und diskutiert, Vorstellungen interessierter Personen und Gruppen mit einbezogen.<\/p>\n<p>Damit waren aber noch l\u00e4ngst nicht die Freude am Experimentieren und das Interesse an neuen Materialien und Techniken zum Erliegen gekommen. Vom kr\u00e4ftezehrenden Umgang mit Hammer und Mei\u00dfel musste sich Albert Radke zwangsl\u00e4ufig verabschieden, entdeckte dann aber Pinsel, Leinwand und Farbe f\u00fcr sich. Wie dr\u00fcckte es ein Ausstellungsbesucher aus: \u201eAch, das wusste ich gar nicht. Malen kann er auch noch.\u201c \u00a0Es entstanden in der Folgezeit \u00fcberwiegend kleinformatige kolorierte Zeichnungen \u2013 einige davon sind im Keller des Ludmillenhof als Dauerleihgabe zu sehen. Albert Radkes kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Themen aus dem kirchlichen und politischen Leben spiegelte sich in seinen Kollagen und zeigte, dass ein kritischer und klarer Verstand am Werk war, auch wenn die k\u00f6rperlichen Kr\u00e4fte immer deutlicher abnahmen. So pr\u00e4sentierte Albert Radke in drei gro\u00dfen Ausstellungen mit Frau Prof. Dr. Niermann 2006, 2009 und 2013 im Ludmillenhof neben seinen Plastiken seine zweidimensionalen Werke.<\/p>\n<p>Sein k\u00fcnstlerisches Wirken hat in S\u00f6gel zeit\u00fcberdauernde Spuren hinterlassen. Zwei bedeutenden Personen, die in S\u00f6gel gelebt und gewirkt haben \u2013 dem Literaten Levin Sch\u00fccking und dem Dombaumeister Johann Bernhard Hensen &#8211; \u00a0hat Albert Radke mit in Stein geschlagenen Denkmalen ein Gesicht verliehen und damit \u00fcberregional bedeutende Werke geschaffen.<\/p>\n<p>Seine letzte Ruhest\u00e4tte fand Albert Radke auf dem katholischen Friedhof in S\u00f6gel.<\/p>\n<p>Text: Dr. M. Monika Niermann \/ Fotos: Ingrid Cloppenburg<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Nachruf-\u00fcber-Albert-Radke11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-20319\" title=\"Nachruf \u00fcber Albert Radke1\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Nachruf-\u00fcber-Albert-Radke11-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a>\u00a0\u00a0<a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Nachruf-\u00fcber-Albert-Radke21.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-thumbnail wp-image-20320\" title=\"Nachruf \u00fcber Albert Radke2\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/Nachruf-\u00fcber-Albert-Radke21-150x150.jpg\" alt=\"\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"S\u00f6gel\/Wallenhorst &#8211; Am 21. 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