{"id":18892,"date":"2016-05-09T22:14:55","date_gmt":"2016-05-09T20:14:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=18892"},"modified":"2016-08-01T18:45:22","modified_gmt":"2016-08-01T16:45:22","slug":"deftige-barockmusik-im-rathaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2016\/05\/deftige-barockmusik-im-rathaus\/","title":{"rendered":"Deftige Barockmusik im Rathaus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vokalensemble um Lydia Benninger-Bredohl beseelte das Publikum<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Deftige-Barockmusik-im-Rathaus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-18893\" title=\"Deftige Barockmusik im Rathaus\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Deftige-Barockmusik-im-Rathaus-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Deftige-Barockmusik-im-Rathaus-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/Deftige-Barockmusik-im-Rathaus-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>S\u00f6gel<\/strong>.- Ein Vokalensemble um Lydia Benninger-Bredohl lud am vergangenem Sonntag zu einem Konzert der ganz besonderen Art ein: angek\u00fcndigt wurde ein \u201eOhren-vergn\u00fcgendes und Gem\u00fcth-erg\u00f6tzendes Tafelkonfekt\u201c mit Werken von Valentin Rathgeber (1682-1750).<\/p>\n<p>Bekommen haben die G\u00e4ste viel mehr als das, ihnen wurde ein Konzert h\u00f6chsten Ranges geboten, welches sich durch seine Reinheit in der Stimmgebung als auch in der ausdrucksvollen Umsetzung der Texte auszeichnete. Das Konzert war ausverkauft.<\/p>\n<p>Benninger-Bredohl f\u00fchrte kurz in das Programm ein und begann damit einen Spannungsbogen aufzubauen, der sich auch \u00fcber die Pause hinaus bis zum Schlussakkord hielt. Mit dem R\u00fccken zum Publikum sitzend, nahm sie ihr Ensemble mit auf eine Reise in das 17. Jahrhundert und zeigte auf, dass die verschiedenen Gem\u00fcter mit ihren allzumenschlichen Seiten damals wie heute anzutreffen sind. Trotz r\u00fcckw\u00e4rtiger Betrachtung konnte das Publikum fast wissen, wie gro\u00df die Konzentration und wirkungsvoll der Augenkontakt der Leiterin auf ihr Vokalensemble war.<\/p>\n<p>Die Textverst\u00e4ndlichkeit des Chores verschmolz dabei mit dem musikalischen Ausdruck der Werke \u2013 jeder Zuh\u00f6rer wurde, sofern er sich darauf einlie\u00df &#8211;\u00a0 mitgenommen in die volkst\u00fcmliche Welt der Menschlichkeit.\u00a0 Ein jeder fand sich wieder in den Geschichten, die die Lieder besangen. Das Ensemble strahlte eine Selbstsicherheit aus, die dem Zuh\u00f6rer wissen lie\u00df, welch gro\u00dfe Vorbereitungsarbeit f\u00fcr dieses Konzert geleistet werden musste. Die Souver\u00e4nit\u00e4t der Leiterin, der Gesangs-Solisten als auch der Fl\u00f6tistinnen zeigte sich in jedem einzelnen Laut, den das Publikum \u201ewohltemperiert\u201c zu h\u00f6ren bekam. Dabei wurde ein zusammenh\u00e4ngendes Werk mit hervorragender Intonation und stilsicherem Ausdruck pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p>Im ersten Teil des Konzertes priesen die vorgetragenen Lieder das \u201cN\u00e4rrisch-Sein\u201c des Menschen als etwas K\u00f6stliches an. Heiteres und Witziges folgte. Der zweite Teil des Konzertes handelte von Tr\u00fcbsal und Trost. Auf Klagelieder, die von den Solistinnen Roxane Jansen und Annika Sewerin stilsicher interpretiert wurden, folgten Trostlieder des Chores.<\/p>\n<p>Im dritten Teil, der von Liebesdingen handelte, ging es zur Sache: da wurde geliebt, verachtet, geklagt und gescholten. Immer k\u00f6stlich in Musik gesetzt, mal im Chor, mal solistisch, mal mit witzigen instrumentalen Vor- und Zwischenspielen.<\/p>\n<p>Der vierte und letzte Teil zeigte das Allzumenschliche. Der Chor besang die Gier nach Geld, nach Macht, die Eitelkeit. Und am Schluss siegte die reine Lebenslust und Lebensfreude \u00fcber alles mit dem St\u00fcck \u201eFratres exsultate, was hilft uns traurig sein.\u201c<\/p>\n<p>Die Teile wurden erg\u00e4nzt durch Instrumentalst\u00fccke, z.B. \u201eLa Folia\u201c von A. Corelli. Dieses St\u00fcck geh\u00f6rt zur hohen Kunst des Blockfl\u00f6tenspiels. Fl\u00f6tist und Cembalist m\u00fcssen zu einer Einheit verschmelzen, um die oft abrupt wechselnden Tempi der Variationen zu meistern. Dieses gelang Benninger-Bredohl gemeinsam mit der Fl\u00f6tistin Mechthild Lucks.<\/p>\n<p>In J.S. Bachs erstem Satz der Sonate g-moll f\u00fcr Fl\u00f6te und obligates Cembalo webten die Fl\u00f6tistin Babette Cramer und die Cembalistin gleichwertig ein je eigenes Muster zu einem \u00fcberzeugend Ganzen. Bei diesem St\u00fcck ist wichtig, dass die Klarheit der komplizierten polyphonen Struktur und die Lebendigkeit des Vortrags eins werden.<\/p>\n<p>Das Ensemble, bestehend aus Getrud und Hermann Brachem, Eckhard Bredohl, Babette Cramer, Roxane Jansen, Marita Kewe, Mechthild Lucks, Richard Pomberg, Annika Sewerin, Silvia Simme, Wilhelm Thieben und Lisa Vo\u00df strahlte gro\u00dfe Freude an der eigenen Musik aus. Es war jeder S\u00e4ngerin\/jedem S\u00e4nger anzusehen, welche gro\u00dfe Begeisterung er bzw. sie am gemeinsamen Musizieren hatte. Der Gesamterl\u00f6s des Konzertes wurde an die \u201eFl\u00fcchtlingshilfe der Samtgemeinde S\u00f6gel\u201c gespendet. Lohn genug f\u00fcr das Konzert bekam das Ensemble durch den langanhaltenden begeisterten Beifall. \u201eMit diesen Kl\u00e4ngen im Ohr m\u00f6chte ich nach Hause gehen, nichts anderes mehr h\u00f6ren und den Abend genie\u00dfen\u201c, brachte eine Zuh\u00f6rerin beseelt ihr Empfinden des Konzertes zum Ausdruck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Vokalensemble um Lydia Benninger-Bredohl beseelte das Publikum S\u00f6gel.- Ein Vokalensemble um Lydia Benninger-Bredohl lud am vergangenem Sonntag zu einem Konzert der ganz besonderen Art ein: angek\u00fcndigt wurde ein \u201eOhren-vergn\u00fcgendes und Gem\u00fcth-erg\u00f6tzendes Tafelkonfekt\u201c mit Werken von Valentin Rathgeber (1682-1750). 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