{"id":15620,"date":"2015-03-03T20:20:49","date_gmt":"2015-03-03T19:20:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=15620"},"modified":"2015-03-03T20:20:49","modified_gmt":"2015-03-03T19:20:49","slug":"vom-generalbass-zum-stabat-mater-passionskonzert-vom-kirchenchor-st-jakobus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2015\/03\/vom-generalbass-zum-stabat-mater-passionskonzert-vom-kirchenchor-st-jakobus\/","title":{"rendered":"Vom Generalbass  zum Stabat Mater Passionskonzert vom Kirchenchor St. Jakobus"},"content":{"rendered":"<p>S\u00f6gel &#8211; Gespannte Stille im Gotteshaus. Der gemischte Chor ist in Position. Die mit Naturdarmsaiten bespannten Streichinstrumente sind gestimmt. Doch halt \u2013 der Konzertmeister ist noch nicht zufrieden. Die Th\u00fcringische Geige, gebaut im 18. Jahrhundert von der bekannten Geigenbaufamilie K\u00f6llmer, ist noch nicht ganz auf den Kammerton A mit 413 Herz (heutzutage einen Halbton h\u00f6her mit 440 Herz) eingestimmt \u2013eine kurze Feinstimmung- er nickt , es kann losgehen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Wir befinden uns nicht in der Leipziger Thomaskirche, in der am 25.12.1734 der Musikdirektor der Stadt Leipzig und Thomaskantor Johann Sebastian Bach am Cembalo sitzend eine seiner bedeutendsten Kompositionen, die 1. Kantate \u201eJauchzet frohlocket\u201c aus dem Weihnachtsoratorium zur Urauff\u00fchrung bringt. Es ist die St. Jakobuskirche zu S\u00f6gel, in der die historischen Instrumente des Barockorchesters \u201eConcert Royal K\u00f6ln\u201c gemeinsam mit dem Kammerchor Emsland\u00a0 dieses gro\u00dfe Meisterwerk der \u00a0geistlichen Barockmusik auff\u00fchren.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Regionalkantorin Frauke Sparfeldt f\u00fchrt die Musiker sicher und begeisternd durch die festlichen Chor\u00e4le und anspruchsvollen, hervorragend ausgef\u00fchrten Solopartien.\u00a0 Die Arien fanden im Barock immer mehr Verwendung, um Dramaturgie herzustellen, die Rezitative, um m\u00f6glichst viel \u00a0textliche Aussage zu erm\u00f6glichen. Neben den Solisten zeigt der Bass hier, was er kann und soll. Steffen Voss, anerkannter Musikwissenschaftler und bekannter Virtuose auf dem historischen Fagott und sein Kollege Thorsten Drees auf seinem historischen Kontrabass \u00fcbernehmen (gemeinsam mit Cellisten und dem Organisten an der Truhenorgel)mit ihrem andauernden, weichen Klangfluss quasi den \u00a0kontinuierlichen Motor der Komposition durch den Generalbass im Barockorchester \u201eConcert Royal K\u00f6ln\u201c.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0In einer Zeit, als Clemens August von Bayern, Erzbischof von K\u00f6ln, sein Geld f\u00fcr Schl\u00f6sser, M\u00f6bel und Pomp ausgibt, unterst\u00fctzen die Th\u00fcringischen Hochwohlgeborenen das Genie J.S. Bach in seiner fr\u00fchen Schaffenszeit. In dieser Zeit komponierte Bach verst\u00e4rkt Solo \u2013 Orchesterkonzerte (\u201eBrandenburgische Konzerte\u201c) und weltliche Kantaten zur Ehre seiner Dienstgeber. \u00a0Ab 1722 bis zu seinem Tode war Bach Musikdirektor der Stadt Leipzig und Kantor an der Thomaskirche zu Leipzig. Ab da konnte er in den gro\u00dfen und kleinen kirchenmusikalischen Werken, die er im Rahmen seines Dienstes komponierte, seiner tiefen Religiosit\u00e4t \u00a0Ausdruck verleihen und so viele neue musikalische Akzente setzten. \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Nicht edles Porzellan wie in den H\u00e4usern des Clemens August, sondern der Generalbass sind \u201edas vollkommste Fundament\u201c ( Zitat J.S. Bach) in Th\u00fcringer Adels- und Kirchenh\u00e4usern. Ein Jahr nach Baubeginn des Lustschlosses Clemenswerth schrieb Bach 1738 in Leipzig : \u201e wo dieses (Anmk.: der Generalbass) nicht in Acht genommen wird, da ists keine eigentliche Music, sondern ein teuflisch Geplerr und Geleyer.\u201c\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Zu dieser Zeit war Joseph Haydn (1739-1809)mit sechs Jahren als hochbegabter Chors\u00e4nger der Wiener S\u00e4ngerknaben noch eher am Anfang seiner Karriere. Jahre sp\u00e4ter, als Bach, der damals \u00fcberregional wenig bekannt war und der Generalbass aus der Mode waren, entwickelte Haydn seinen eigenen Stil (Beginn der Fr\u00fchklassik), bei dem die Begleitstimmen sich zu eigenst\u00e4ndigen melodischen Themen entwickelten, so wie beim 1767 entstandenen \u201eFr\u00fchwerk\u201c \u00a0<strong>Stabat Mater<\/strong>. Ein Jahr, nachdem Haydn 1. Kapellmeister der wohlhabenden Familie Esterh\u00e1zy wurde, in deren Dienst er knapp 30 Jahre stand, und bevor er Jahre sp\u00e4ter f\u00fcr den \u00f6sterreichischen Kaiser eine Hymne, unsere Nationalhymne, komponierte.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0Freuen Sie sich auf <strong>\u201e Stabat Mater\u201c<\/strong> ein Meisterwerk von Joseph Haydn, das der <strong>Kirchenchor St. Jakobus am 15.3.2015<\/strong> um 19.30 Uhr in der St. Jakobuskirche in S\u00f6gel unter der Leitung von Frauke Sparfeldt gemeinsam mit dem Orchester Twente und vier Gesangssolisten zur Auff\u00fchrung bringen wird. Noch arbeitet der Chor an den letzten Feinheiten, aber bis dahin sitzt es \u2013 bis zur letzten Fuge. Karten bekommen sie bei Schreibwaren L\u00fcbs und Steinbild und im Pfarrb\u00fcro St. Jakobus in S\u00f6gel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text: Hermann Brachem<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"S\u00f6gel &#8211; Gespannte Stille im Gotteshaus. Der gemischte Chor ist in Position. Die mit Naturdarmsaiten bespannten Streichinstrumente sind gestimmt. Doch halt \u2013 der Konzertmeister ist noch nicht zufrieden. Die Th\u00fcringische Geige, gebaut im 18. 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