{"id":14933,"date":"2014-11-22T17:57:31","date_gmt":"2014-11-22T16:57:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=14933"},"modified":"2014-11-22T17:58:28","modified_gmt":"2014-11-22T16:58:28","slug":"connemann-sieht-handlungsbedarf-bei-der-dungeverordnung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2014\/11\/connemann-sieht-handlungsbedarf-bei-der-dungeverordnung\/","title":{"rendered":"Connemann sieht Handlungsbedarf bei der D\u00fcngeverordnung"},"content":{"rendered":"<p>S\u00f6gel &#8211; &#8222;Wir wissen, dass der Fl\u00e4chendruck und die Novelle der D\u00fcngeverordnung unseren landwirtschaftlichen Betrieben gro\u00dfe Sorgen&#8220;, berichtete die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann jetzt bei einem Gespr\u00e4ch des CDU-Arbeitskreises Landwirtschaft. Der Fl\u00e4chenverbrauch durch Versiegelung und Kompensation sei zwar von 120 Hektar auf derzeit unter 70 Hektar reduziert worden, aber immer noch zu hoch. Connemann forderte deshalb ein Umdenken beim Umgang mit der knappen Ressource. &#8222;Wir brauchen ein gesetzlich verankertes Erhaltungsgebot f\u00fcr landwirtschaftliche Fl\u00e4chen wie beim Wald.&#8220;<\/p>\n<p>Connemann nimmt seit Beginn der neuen Wahlperiode mit dem Vorsitz des Ausschusses f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft des Deutschen Bundestages wichtige bundespolitische Aufgaben wahr. Der CDU-Arbeitskreis nutzte diese Gelegenheit, sich im S\u00f6geler Rathaus mit ihr \u00fcber aktuelle agrarpolitische Themen auszutauschen. Thomas Rakers, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Wasserverbandes H\u00fcmmling (WV) informierte zudem \u00fcber die Wasserqualit\u00e4t des H\u00fcmmlings und \u00fcber die Grundwasserg\u00fcte in den Entnahmegebieten des WV H\u00fcmmling und dem Einfluss von landwirtschaftlichen Stoffen im Wasserkreislauf.<\/p>\n<p>Connemann warnte vor den Folgen der aktuellen Landwirtschaftspolitik in Niedersachsen. &#8222;Herr Minister Meier propagiert Schutz der b\u00e4uerlichen Landwirtschaft. Seine Politik bevorzugt aber die Gro\u00dfbetriebe. Immer mehr Auflagen versch\u00e4rfen den Strukturwandel in der Landwirtschaft.\u201c Als j\u00fcngstes Beispiel f\u00fchrte sie die von den gr\u00fcnen Ressortchefs getragene Forderung des Bundesrates nach einer Versch\u00e4rfung der Anforderungen f\u00fcr die Lagerung von Jauche, G\u00fclle und Silagesickersaft an. Diese Versch\u00e4rfungen h\u00e4tten keinen sachlichen Hintergrund. Die Nachr\u00fcstung bestehender Anlagen sei gerade f\u00fcr viele kleine Betriebe nicht mehr tragbar. &#8222;Entweder die Betriebe steigen vorzeitig aus oder sie unternehmen den n\u00e4chsten Wachstumsschritt.&#8220; Wer so vorgehe, befeuere den Strukturwandel zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Connemann berichtet \u00fcber die anstehende Novelle der D\u00fcngeverordnung. Diese sei erforderlich, nachdem der EU-Nitratbericht Handlungsbedarf in Deutschland gezeigt habe. &#8222;Unser Grundwasser ist eine wertvolle und einmalige Ressource.&#8220; Sie mahnte aber an, dass sich die D\u00fcngung auch in Zukunft am N\u00e4hrstoffbedarf der landwirtschaftlichen Kulturen ausrichten k\u00f6nnen m\u00fcsse. Die produktive Landwirtschaft und die Erzeugung der vom Markt geforderten Qualit\u00e4ten bei einzelnen Kulturen wie beispielsweise Brotweizen oder Gem\u00fcse d\u00fcrfe nicht durch zu restriktive D\u00fcngevorgaben gef\u00e4hrdet werden. Auch m\u00fcssen die Vorgaben zur D\u00fcngebedarfsermittlung und Bilanzierung praxisgerecht ausgestaltet werden, um die Kreislaufwirtschaft mit Wirtschaftsd\u00fcngern nicht zu gef\u00e4hrden. &#8222;Wir m\u00fcssen mit den Landwirten die Probleme in der Landwirtschaft beheben, nicht gegen die Landwirte!&#8220;<\/p>\n<p>Hartmut Moorkamp, Leiter des Arbeitskreises, dankte Connemann Informationen von der Bundesebene und zeigte auf, dass sich diese Thematik auch vor Ort wiederspiegelt. Aus diesem Grunde habe er Rakers eingeladen, um einen \u00dcberblick \u00fcber die Belastungen aus der Landwirtschaft f\u00fcr das hiesige Grundwasser bekommen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Thomas Rakers stellte in seinem Referat zun\u00e4chst die Kenndaten und die Mitglieder des Verbandsgebietes vor. Insbesondere ging er dann auf die Anbauverh\u00e4ltnisse in den Wasserentnahmegebieten und auf die dortige Grund-, Roh- und Reinwasserg\u00fcte ein. Die an die Kunden abgegebene Trinkwasserg\u00fcte bezeichnete er als sehr gut. Alle Grenzwerte nach der Trinkwasserverordnung w\u00fcrden stets sicher eingehalten. Die Aufbereitung im Wasserwerk erfordere hierzu bisher neben der Enteisenung, Entmanganung und der pH-Wert-Anpassung keine au\u00dfergew\u00f6hnlichen Aufbereitungsstufen. Dennoch: Deutlich erkennbar sei die Ver\u00e4nderung der Anbauverh\u00e4ltnisse von 2001 bis 2013 in den Trinkwassergewinnungsgebieten Surwold und Werlte. So sei beim Gr\u00fcnland, bei den Stilllegungsfl\u00e4chen und beim Sommergetreideanbau ein deutlicher R\u00fcckgang zu verzeichnen, w\u00e4hrend das Wintergetreide mit einem Anteil von rd. 35 % seit vielen Jahren relativ konstant angebaut werde. Eine besondere Stellung nehme inzwischen der Mais ein: Der Anbau dieser Kultur habe sich in den letzten rd. 10 Jahren von einem Anteil von rd. 25 % auf nunmehr 50 % verdoppelt. Dazu machte Rakers deutlich klar: &#8222;Die \u00c4nderungen der Anbauverh\u00e4ltnisse erschweren die Situation in den Wassereinzugsgebieten. Die beim Mais gegen\u00fcber dem Getreideanbau i.d.R. h\u00f6heren Rest-Nmin-Gehalte zu Beginn der Sickerwasserperiode, in der die Grundwasserneubildung stattfinde und damit die Auswaschungsgefahr ins Grundwasser gegeben sei, versch\u00e4rfe die Situation. Und dies auch unter Ber\u00fccksichtigung der Erfolge der freiwilligen Zusatzberatung f\u00fcr die Landwirte in den Einzugsgebieten durch die &#8222;Kooperation H\u00fcmmling&#8220;, die durchaus gegeben seien. Fazit sei aber, dass die Versch\u00e4rfung der gesetzlichen Regelungen (z.B. D\u00fcngeverordnung) aus seiner Sicht unumg\u00e4nglich sei. Au\u00dferdem solle die bisher erfolgreiche Ackerbauberatung der LWK Niedersachsen f\u00fcr die Landwirte nach M\u00f6glichkeit ausgeweitet werden, sofern entsprechende Landesmittel hierf\u00fcr zur Verf\u00fcgung stehen. Ma\u00dfnahmen wie z.B. die von der LWK Nds. empfohlene\u00a0 Aussaat von Zwischenfr\u00fcchten reduziere deutlich eine Auswaschung von Nitrat ins Grundwasser. Gro\u00dfe Sorge der Wasserversorger sei es, dass der zurzeit noch stattfindende Nitratabbau im Boden auf Dauer nicht mehr stattfinden k\u00f6nne, weil die hierf\u00fcr erforderlichen Bodeninhaltsstoffe (u.a. Schwefel) dann aufgezehrt seien und die erforderlichen Randbedingungen nicht mehr vorl\u00e4gen. Die Nitratkonzentration reduziere sich im Boden auf dem Weg zu den F\u00f6rderbrunnen dann nicht mehr. Die Konsequenz hieraus w\u00e4re eine sehr kostenaufw\u00e4ndige weitere Aufbereitungsstufe im Wasserwerk. Dies gelte es zu verhindern. Dabei komme erschwerend hinzu, dass die Auswirkungen von heute infolge z.T. jahrelanger Flie\u00dfzeiten im Grundwasser erst viele Jahre sp\u00e4ter in den Entnahmebrunnen messbar seien. Das Wasser habe also ein &#8222;langes Ged\u00e4chtnis&#8220;. &#8222;Deshalb bedarf es heute bereits eines Umdenkens&#8220;, f\u00fchrte Rakers abschlie\u00dfend aus.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend dankte Moorkamp allen Teilnehmern f\u00fcr den sachlichen Diskussionsverlauf und stellte fest: &#8222;Wir sind gemeinsam f\u00fcr den Grundwasserschutz verantwortlich!&#8220;<\/p>\n<p>Text\/Foto: Ingrid Cloppenburg<\/p>\n<div id=\"attachment_14934\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2014\/11\/NUR-INTERNET-Connemann-sieht-Handlungsbedarf-bei-der-D\u00fcngeverordnung1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-14934\" class=\"size-medium wp-image-14934\" title=\"NUR INTERNET!!! 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Samtgemeinderat S\u00f6gel), Thomas Rakers, Gitta Connemann, Hartmut Moorkamp<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"S\u00f6gel &#8211; &#8222;Wir wissen, dass der Fl\u00e4chendruck und die Novelle der D\u00fcngeverordnung unseren landwirtschaftlichen Betrieben gro\u00dfe Sorgen&#8220;, berichtete die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann jetzt bei einem Gespr\u00e4ch des CDU-Arbeitskreises Landwirtschaft. Der Fl\u00e4chenverbrauch durch Versiegelung und Kompensation sei zwar von 120 Hektar auf derzeit unter 70 Hektar reduziert worden, aber immer noch zu hoch. 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