{"id":11298,"date":"2013-07-04T20:57:17","date_gmt":"2013-07-04T18:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/?p=11298"},"modified":"2013-07-04T20:57:17","modified_gmt":"2013-07-04T18:57:17","slug":"hilfe-wespen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/2013\/07\/hilfe-wespen\/","title":{"rendered":"Hilfe!  Wespen!"},"content":{"rendered":"<p>Diesen Ruf h\u00f6ren die ehrenamtlichen Berater des Landkreises Emsland im Sp\u00e4tsommer und Herbst immer wieder durch das Telefon schallen. Schwarz-gelb ist in Natur und Technik die Warnfarbe und so signalisieren viele Insekten, ob mit oder ohne Stachel: Achtung wir sind gef\u00e4hrlich! Doch ist das meistens nur Show. So sind die meisten der bei uns fliegenden Wespenarten v\u00f6llig ungef\u00e4hrlich, ja sie sind h\u00e4ufig gar keine Wespen, sondern getarnte Schwebfliegen oder Wildbienen, die oftmals gar keinen\u00a0 Stechapparat haben.<\/p>\n<p>Doch zuerst die Gesetzeslage: Das Naturschutzgesetz sagt, dass wildlebende Tiere weder gest\u00f6rt, noch gefangen oder sonst wie in ihrer Lebensweise behindert werden d\u00fcrfen. Auch die Ruhe- und Nistst\u00e4tten sind so gesch\u00fctzt. Dar\u00fcber hinaus gibt es Arten, die einen besonderen Schutz genie\u00dfen, weil sie vom Aussterben bedroht sind. Ausnahmen betreffen alle Tierarten, die unter das Jagdrecht fallen sowie Haustiere, darunter die einem Imker geh\u00f6renden Honigbienen und ausgewildert Haustiere.<\/p>\n<p>So sind de facto alle Wespen und darunter auch die Hornnissen gesch\u00fctzt, einige sogar streng, weilsie vom Aussterben bedroht sind. Das bedeutet, dass diese Tiere und deren Nester nicht entfernt oder sonstwie zerst\u00f6rt werden d\u00fcrfen. Nun gibt es wie immer auch da Ausnahmen, die noch erw\u00e4hnt werden.<\/p>\n<p>Von den vielen Bienen und Wespenarten interessieren hier nur die sogenannten \u201esozialen, staatenbildenden Faltwespen\u201c und ganz selten auch einige Hummelarten. Die von Imkern gehaltenen Honigbienen geh\u00f6ren als Haustiere nicht in das Naturschutzgesetz. So verringert sich die Zahl auf 4-6 Arten, von denen wiederum nur 2 tats\u00e4chlich l\u00e4stig werden k\u00f6nnen. Der Lebenszyklus beantwortet schon die h\u00e4ufigste Frage, n\u00e4mlich ob das Nest im n\u00e4chsten Jahr wieder benutzt wird und dadurch an Gr\u00f6\u00dfe zunimmt.<\/p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr beginnen die jungen, im letzten Jahr befruchteten K\u00f6niginnen ein Nest zu bauen, indem sie die ersten Arbeiterinnen gro\u00dfziehen. Sind diese nach ca. 3 Wochen geschl\u00fcpft, \u00fcbernehmen diese dann die weitere Aufzucht und die K\u00f6nigin legt nur noch Eier. Je nach Art werden ab Mitte bis Ende Sommer\u00a0\u00a0 Drohnen und K\u00f6niginnen aufgezogen, die dann das Nest verlassen und sich paaren. Anschlie\u00dfend sind die Drohnen, nach getaner Fortpflanzungsarbeit,\u00a0 zum Tode verurteilt und die K\u00f6niginnen suchen sich einen Platz zum \u00dcberwintern. Jetzt haben die letzen Arbeiterinnen sozusagen frei und machen auf dem Pflaumenkuchen \u201edolce vita\u201c, aber das gilt nur von der deutschen oder der allgemeinen Wespe, alle anderen wie die mittlere, die rote und die s\u00e4chsische Wespe sind dann schon abgestorben und haben sowieso kein Interesse an S\u00fc\u00dfem. Hier setzt die erste Vorsichtsma\u00dfnahme an:<\/p>\n<p><strong>Bitte im Sommer und Herbst keine S\u00e4fte<\/strong> <strong>oder sonstiges S\u00fc\u00dfes<\/strong> <strong>drau\u00dfen offen stehen und vor allem Kinder nicht unkontrolliert trinken lassen. <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gibt es Wespen oder Hornnissennester in der N\u00e4he, so gilt, dass es bei den sichtbaren Nester meistens die Arten sind, die\u00a0 wenig oder gar nicht\u00a0 agressiv sind, Allerdings wird niemand gern in oder an seinem Wohnort gest\u00f6rt, sei es Mensch oder Tier. Hier gibt es aber gen\u00fcgend M\u00f6glichkeiten, die ein Miteinander erm\u00f6glichen: f\u00fcr ein paar Wochen Fliegengitter vor den Fenstern anbringen und vor allem im Freien keine s\u00fc\u00dfen Getr\u00e4nke und S\u00e4fte offen stehen lassen. Sind Kinder da, ist\u00a0 besonders beim Essen und Trinken im Freien auf Insekten zu achten. Ansonsten lassen sich mit Kindern tolle Beobachtungen machen und so werden die Kinder gleich an den Naturschutz herangef\u00fchrt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Neben vielen Wespen- und Bienenarten und solchen Insekten, die wie Wespen aussehen, soll hier nur \u00fcber die sogenannten \u201estaatenbildenden sozialen Faltenwespen\u201c gesprochen werden (Sie falten im Ruhezustand die Fl\u00fcgel zusammen, im Gegensatz zu den Fliegen). Dazu geh\u00f6ren bei uns die mittlere, die rote und die s\u00e4chsische Wespe, sowie die Hornisse als gr\u00f6\u00dfte unter ihnen. Diese Arten sind kaum agressiv und verteidigen nur ihr Nest. Bleibt man in einem gewissen Abstand und vor allem ruhig, so f\u00fchlen sie sich auch nicht gest\u00f6rt. Die Nester dieser Arten befinden sich, bis auf Hornissennester, stets irgendwo im Freien oder unter einem Dach, also meistens sichtbar. F\u00fcr Hornissen lohnt sich sogar ein Nistkasten, der, wie wir es direkt neben dem Schuppen im Garten erleben durften, besiedelt wurde und uns einige Monate gro\u00dfartige Naturerlebnisse\u00a0 bescherte.<\/p>\n<p>Unangenehmer und nicht friedlich sind dagegen die deutsche und die allgemeine Wespe. Diese siedeln entweder im Boden oder an dunklen Stellen,\u00a0 z.B. unter einem Dach und wehren sich energisch gegen St\u00f6rungen. Diese sind es auch allein, die dann auf dem Pflaumenkuchen oder im Apfelsaft sitzen. Leider hilft ein entfernen des Nestes nur wenig, da die Tiere im Umkreis von ca. 2-3 km fliegen und\u00a0 man nicht wei\u00df, woher nun das einzelne Tier kommt. Da alle Wespen aber ihren Platz im \u00d6kosystem haben und die Brut ausschlie\u00dflich mit tierischem Eiwei\u00df versorgen, vertilgen sie haufenweise Insekten und Maden, kurz alles was von der Gr\u00f6\u00dfe her zu bew\u00e4ltigen ist. Dadurch spart der G\u00e4rtner Spritzmitttel. Allerdings verdirbt das der Industrie den Verdienst, denn die Mittel, die Wespen t\u00f6ten, sind gleicherma\u00dfen auch andere, sogenannte Sch\u00e4dlingen im Handel. Deshalb die Devise: je mehr Wespen vetilgt werden, je mehr Spritzmittel werden verkauft.<\/p>\n<p>Was hilft nun im Problemfall? Ein Anruf bei einem Berater und das m\u00f6glichst fr\u00fch! Der sucht nach einer f\u00fcr Mensch und Tier gerechten L\u00f6sung. Echte Allergiker &#8211; eine R\u00f6tung oder Schwellung des Stiches ist allerdings keine Allergie &#8211; brauchen einen vom Arzt verschriebenen Notfallset und der sollte auch immer dabei sein! Besteht Gefahr, so kann der Berater einen Antrag auf Umsiedlung oder ggf. auf Abt\u00f6tung des Nestes stellen. Umsiedeln d\u00fcrfen aber nur dazu berechtigte Personen und abt\u00f6ten sollte man professionellen Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfern \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Warnung: Versuchen Sie nicht, das selbst zu versuchen. Mit Gift behandelte Tiere, die noch leben, k\u00f6nnen das Gift mit dem Stich \u00fcbertragen! Auch vor dem beliebten Abbrennen von Nestern kann nur gewarnt werden, denn die Tiere reagieren auf Feuer sehr unangenehm und manches Haus ist dabei gleich mit abgefackelt worden. Eine Umsiedlung, sollte, wenn \u00fcberhaupt, so fr\u00fch wie m\u00f6glich erfolgen, denn wenn das Volk erst einmal seine Sollgr\u00f6\u00dfe erreicht hat, ist es nicht nur schwierig sondern, weil dann auch schon Drohnen und K\u00f6niginnen gebr\u00fctet werden, unm\u00f6glich.<\/p>\n<p>Also, ab Fr\u00fchjahr, Augen auf im Garten und rund ums Haus. Es l\u00e4sst sich ganz viel beobachten und meist auch die beginnenden Nester unserer Wespen erkennnen. Rufen Sie bei Bedarf uns Berater an, auch wenn noch gar nichts los ist, und informieren Sie sich \u00fcber diese \u00fcberaus interessanten Tiere. Dazu liegt\u00a0 im Rathaus S\u00f6gel Material bereit. Dabei ist auch ein informatives W\u00fcrfelspiel f\u00fcr kleine und gro\u00dfe Kinder. Gerne erwarten wir einen Anruf, wobei insbesondere\u00a0 Schulen, Kinderg\u00e4rten und Vereine angesprochen sind.<\/p>\n<p>Joachim Domning, 05952-3508<\/p>\n<p>Johann Eilers, 05952-98570<\/p>\n<p>Friedhelm Lake 05951-995955<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Text\/Foto: Joachim Domning<\/p>\n<div id=\"attachment_11299\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Unbenannt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-11299\" class=\"size-medium wp-image-11299\" title=\"Unbenannt\" src=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Unbenannt-300x251.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"251\" srcset=\"https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Unbenannt-300x251.jpg 300w, https:\/\/www.forum-soegel.de\/information\/wp-content\/uploads\/2013\/07\/Unbenannt.jpg 916w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-11299\" class=\"wp-caption-text\">Nest der mittleren Wespe an einem Kreuz in der N\u00e4he vom Ferienhausgebiet vor ein paar Jahren<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Diesen Ruf h\u00f6ren die ehrenamtlichen Berater des Landkreises Emsland im Sp\u00e4tsommer und Herbst immer wieder durch das Telefon schallen. 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